BYD Aktie: Exportoffensive reicht nicht!

Mehr Exporte stützten BYDs September-Absatz, während die Verkäufe in China nachgaben und der Neunmonatsabsatz rückläufig blieb.

Die Kernpunkte:
  • September-Absatz erreicht Jahresbestwert
  • Auslandslieferungen steigen um rund 154 Prozent
  • Inlandsverkäufe sinken um knapp 13 Prozent
  • Neunmonatsabsatz fällt um knapp vier Prozent

Ein massiver Zuwachs im internationalen Geschäft hat dem chinesischen Hersteller BYD im September neuen Schwung verliehen. Am Donnerstag meldete das Unternehmen für den abgelaufenen Monat einen weltweiten Absatz von 463.561 Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Das entspricht einem Plus von knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und markiert zugleich den bisherigen Höchststand im laufenden Jahr.

Die Zahlen verdeutlichen den strategischen Kurs des Konzerns. Angesichts eines spürbar abkühlenden Wachstums auf dem Heimatmarkt setzt das Management verstärkt darauf, neue Märkte außerhalb Asiens zu erschließen, um bestehende Produktionskapazitäten profitabel auszulasten.

Exportoffensive stützt das Gesamtvolumen

Haupttreiber dieser Entwicklung waren die Ausfuhren. Die weltweiten Auslandsauslieferungen sprangen im September um rund 154 Prozent auf mehr als 180.000 Einheiten an. Auf dem chinesischen Markt verzeichnete das Unternehmen dagegen einen Dämpfer: Die Verkäufe im Inland gingen im selben Zeitraum um knapp 13 Prozent zurück.

Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Zweiteilung des operativen Geschäfts. Während die weltweite Expansion zügig voranschreitet, gerät das angestammte Volumengeschäft in der Heimat zusehends unter Druck. Für den Autobauer wird der internationale Vertrieb damit zur zentralen Säule, um die schwächere Binnennachfrage aufzufangen.

Über die ersten neun Monate des Jahres hinweg reichte der kräftige Zuwachs im Auslandsgeschäft allerdings nicht aus, um die Schwäche im Heimatland vollständig auszugleichen. Von Januar bis September sanken die weltweiten Verkäufe um knapp vier Prozent auf 3.131.576 Einheiten.

Zunehmender Preisdruck im Heimatmarkt

Laut einem Bericht von Reuters leidet der Konzern in China unter einer anhaltend schwachen Konsumnachfrage und einem sich verschärfenden Wettbewerb unter den heimischen Anbietern. Der anhaltende Preiskampf belastet die Margen und schränkt den Spielraum der Hersteller zunehmend ein.

Vor gut einer Woche senkte die US-Bank JPMorgan ihre Einstufung für die Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ und kappte das Kursziel von 124 auf 88 Hongkong-Dollar. Die Analysten begründeten die Herabstufung mit der schwachen Inlandsnachfrage, steigenden Kosten sowie drohenden Zöllen und Markteintrittsbarrieren bei der weltweiten Expansion.

Gedämpfte Stimmung an den Börsen

Die verhaltenen Aussichten im Kerngeschäft und die Skepsis der Analysten hinterlassen deutliche Spuren am Markt. Der Titel tut sich seit Monaten schwer, an frühere Höchststände anzuknüpfen, da die Risiken im chinesischen Automobilsektor die Wachstumsfantasie der Investoren spürbar bremsen.

Im vorbörslichen Handel notiert das Papier heute bei 8,44 Euro, was einem Minus von 1,0 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang beläuft sich der Kursverlust damit auf 21 Prozent.

Damit bleibt der Wert vorerst unter Druck. Solange der Preiskampf auf dem Heimatmarkt anhält und internationale Handelskonflikte drohen, müssen die rasant wachsenden Exporte beweisen, dass sie die Ertragskraft des Konzerns auch dauerhaft absichern können.

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