BYD Aktie: Formula S greift Tesla Model 3 an

BYD bringt günstige Formula-S-Modelle mit Schnelllade-Technik und baut zugleich seine Produktion sowie Exporte außerhalb Chinas aus.

Die Kernpunkte:
  • Formula S greift Tesla Model 3 an
  • Bis zu 900 Kilometer Reichweite
  • Akku lädt in neun Minuten
  • Thailand wird Exportdrehscheibe

Mit einer neuen Modellreihe und extremen Ladezeiten erhöht der chinesische Autokonzern BYD den Druck auf die internationale Konkurrenz. Das Unternehmen hat seine Modelllinie Formula S unter der Marke Fang-Cheng-Bao vorgestellt.

Die vollelektrische Limousine soll mit einer Reichweite von bis zu 900 Kilometern nach chinesischem CLTC-Standard und aggressiver Preisgestaltung Marktanteile im Heimatmarkt sowie international verteidigen. An der Börse beendete die Aktie den gestrigen Handelstag mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent bei 9,09 Euro.

Angriff auf das Tesla Model 3

Die Formula-S-Reihe umfasst sowohl eine Limousine als auch eine GT-Variante. Das Einstiegsmodell mit Hinterradantrieb und einer angegebenen Reichweite von 750 Kilometern kommt in China für 189.900 Yuan auf den Markt. Damit unterbietet BYD das dortige Basismodell des Tesla Model 3, das ab 235.500 Yuan angeboten wird, um 45.600 Yuan.

Die reichweitenstärkste Variante mit 900 Kilometern Reichweite ist für 209.900 Yuan gelistet, während allradgetriebene Versionen bis zu 239.900 Yuan kosten.

Neben dem Einstiegspreis setzt BYD vor allem auf verbesserte Batterietechnologie. Die Fahrzeuge nutzen die zweite Generation der Blade-Batterie gepaart mit Schnellladetechnik. Nach Herstellerangaben lässt sich der Akku unter Idealbedingungen in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent und in neun Minuten auf 97 Prozent laden.

Um die Technologie im Heimatmarkt zu stützen, plant der Konzern Ladestationen mit bis zu 1.500 Kilowatt Leistung. Eine Einführung der Formula-S-Modelle auf den europäischen Märkten ist bislang nicht offiziell bestätigt.

Preissenkungen bei Bestandsmodellen und Exportoffensive

Der Vorstoß mit neuen Fabrikaten geht einher mit weiteren Preisnachlässen bei bestehenden Fahrzeugen. So fiel der effektive Endkundenpreis für die Champion-Version der Limousine Han DM-i in China auf 105.800 Yuan, nachdem der reguläre Listenpreis zwischen 165.800 und 289.800 Yuan gelegen hatte.

Gleichzeitig baut BYD seine Fertigungsbasis außerhalb Chinas aus, um globale Märkte direkt zu beliefern. Das im Juli 2024 eröffnete Werk im thailändischen Rayong entwickelt sich zu einer zentralen Drehscheibe: In der ersten Jahreshälfte 2026 gingen rund 40 Prozent der dort produzierten Fahrzeuge in den Export.

Beliefert werden mehr als zehn Länder, darunter Australien, Indien, Malaysia und Teile Europas. Der Standort verfügt derzeit über eine Monatspazipät von 5.000 bis 6.000 Fahrzeugen im Einschichtbetrieb.

Westliche Hersteller unter Zugzwang

Der aggressive Vorstoß der chinesischen Anbieter verschärft die Lage etablierter Konkurrenten. Während Hersteller wie Hyundai vor dem Hintergrund von Preisvorteilen chinesischer Fahrzeuge um bis zu 40 Prozent auf den Erhalt von Schutzzöllen pochen, geraten europäische Autobauer zunehmend in Bedrängnis.

Trotz der operativen Expansion spüren Anleger die Spuren des anhaltenden Preiskampfes: Seit Jahresanfang verzeichnet das BYD-Papier ein Minus von 15 Prozent. Die Kombination aus rasanter Modellentwicklung, sinkenden Preisen und wachsender Auslandsproduktion dürfte den Margendruck in der gesamten Branche jedoch auch in den kommenden Monaten hoch halten.

Anzeige

BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 22. September liefert die Antwort:

Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BYD