BYD Aktie: Frankreich-Pläne reichen nicht?

Das neue Siebensitzer-SUV nutzt BYDs Schnellladetechnik; zugleich erwägt der Konzern zusätzliche europäische Produktionsstandorte.

Die Kernpunkte:
  • ATTO 8 mit sieben Sitzplätzen vorgestellt
  • Ladezeit von zehn auf 97 Prozent: neun Minuten
  • Frankreich als möglicher Fabrikstandort geprüft
  • JPMorgan senkte Kursziel auf 88 HK$

Der chinesische Automobilkonzern BYD erweitert seine Modellpalette für den europäischen Markt. Gestern präsentierte das Unternehmen den ATTO 8, ein siebensitziges Elektro-SUV. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um das erste Modell des Herstellers für Europa, das mit der konzerneigenen FLASH-Charging-Technologie ausgestattet ist.

Nach Unternehmensangaben ermöglicht die verbaute Batterie mit einer Kapazität von 115 Kilowattstunden einen Ladevorgang von 10 auf 97 Prozent innerhalb von neun Minuten. Der offizielle Marktstart des Fahrzeugs in Europa ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

Expansionspläne in Europa

Parallel zur Produktvorstellung treibt das Management Überlegungen für zusätzliche Produktionskapazitäten voran. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Executive Vice President Stella Li berichtete, prüft BYD derzeit die Errichtung einer Fabrik in Frankreich. Das Land befinde sich auf der engeren Auswahlliste des Konzerns. Ziel des Automobilherstellers sei es, die europäische Präsenz um zwei weitere Werke zu ergänzen.

Neben dem Pkw-Segment baut der Konzern zudem die Fertigung im Nutzfahrzeugbereich aus. Am Freitag erreichte das Werk in Huai’an mit der Produktion eines schweren Elektro-Lkw des Typs Q3 den Meilenstein von 150.000 gewerblichen Fahrzeugen. Das Unternehmen kündigte an, künftig höhere Investitionen in schwere Lastkraftwagen für den Fernverkehr zu tätigen.

Gegenwind am Heimatmarkt und verhaltene Kursentwicklung

Die allgemeinen Branchenbedingungen in China bleiben indessen anspruchsvoll. Einem Branchenverband zufolge gaben die gesamten Pkw-Verkäufe im Land im September um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach, belastet durch eine schleppende Inlandsnachfrage.

Die Branchenrisiken spiegeln sich auch in Analystenurteilen wider. Am 29. September stufte JPMorgan die Einstufung für die BYD-Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ herab und reduzierte das Kursziel von 124 HK$ auf 88 HK$. Die Experten begründeten diesen Schritt mit einer schwächeren Autonachfrage in China, steigenden Inputkosten sowie anhaltenden Handelsbarrieren.

An der Börse konnte die Modellankündigung die Aktie nicht stützen. Das Papier beendete den Handel gestern mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 8,50 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel damit einen Kursrückgang von 21 Prozent.

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