BYD Aktie: Gewinn um 55,38 Prozent eingebrochen

BYD steigert den August-Absatz und plant mehr Auslandsgeschäft, doch sinkender Umsatz sowie Gewinn belasten die Bewertung der Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert zwei Prozent auf 9,02 Euro
  • August-Auslieferungen erreichen 440.293 Fahrzeuge
  • Auslandsgeschäft wächst deutlich schneller
  • Nettogewinn sinkt um 55,38 Prozent

BYD-Aktien setzten am heutigen Mittwoch ihre Talfahrt fort und rutschten um 2,0 Prozent auf 9,02 Euro ab. Damit notiert das Papier nur noch rund 12 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 9,80 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs, ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtstrend der vergangenen Wochen.

Auf den ersten Blick passt der Kursverlauf nicht zu den operativen Nachrichten. Medienberichten zufolge kehrte die Aktie am heutigen Tag ins Minus, nachdem zuvor Berichte über eine beschleunigte Exportoffensive und Marktanteilsgewinne im Inland die Runde gemacht hatten. Offenbar überwiegt bei Anlegern derzeit die Sorge um die Profitabilität stärker als die Euphorie über Wachstumszahlen im Ausland.

Rekordabsatz im August, aber schwache Marge

Im August lieferte BYD 440.293 Neuenergiefahrzeuge aus – ein neuer Jahreshöchststand und ein Plus von 17,84 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auffällig ist die Verschiebung der Nachfrage: Die Auslandsauslieferungen sprangen um 134,5 Prozent, während der Inlandsabsatz um 14,3 Prozent zurückging.

Von Januar bis August summierten sich die Überseeverkäufe auf 1.162.260 Fahrzeuge, ein Anstieg von 85,72 Prozent im Jahresvergleich, mit einem Rekordmonat von 189.466 Einheiten im August allein.

Bei den reinen Batteriefahrzeugen legte BYD im August um 28,4 Prozent auf 256.230 Einheiten zu, während Plug-in-Hybride mit 177.154 Fahrzeugen nur leicht um 3 Prozent zulegten. Der Expansionskurs zeigt sich auch geografisch: Ein Werk in Ungarn soll im November oder Dezember die Montage aufnehmen, die Anlage in Indonesien läuft bereits, und in Brasilien wird die Produktion Richtung 300.000 Fahrzeuge pro Jahr hochgefahren.

Diese Wachstumszahlen stehen jedoch im Schatten der jüngsten Quartalsbilanz. Für das erste Quartal 2026 meldete BYD einen operativen Umsatz von 150,2 Milliarden Renminbi, ein Rückgang von 11,82 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn brach um 55,38 Prozent auf 4,08 Milliarden Renminbi ein. Genau diese Diskrepanz zwischen Absatzrekorden und schrumpfender Marge dürfte erklären, warum der Markt trotz positiver Stückzahlen skeptisch bleibt.

Ambitionierte Ziele für die kommenden Jahre

Nach einer Investorenveranstaltung Anfang September hob BYD laut Deutscher Bank sein Auslandsabsatzziel für 2026 auf 1,9 bis 2,0 Millionen Fahrzeuge an – gegenüber ursprünglich 1,5 Millionen im März und sogar nur 1,3 Millionen im Januar.

Für 2027 nannte das Management ein Ziel von über 2,5 Millionen Fahrzeugen im Auslandsgeschäft. Ein Engpass bleibt allerdings bestehen: Ein Auftragsbestand von rund 250.000 Einheiten für Schnellladefahrzeuge ist bis Anfang 2027 durch die Verfügbarkeit der Blade-2-Batterie limitiert.

Parallel dazu treibt BYD den Ausbau der Ladeinfrastruktur voran. Bis Ende 2028 sollen insgesamt 90.000 Schnellladestationen entstehen, davon 20.000 bereits bis Jahresende 2026. Auf Produktseite kam Anfang September mit dem Sealion 08 ein neues Flaggschiff-SUV für die Ocean-Baureihe hinzu, erhältlich sowohl als Plug-in-Hybrid als auch als reines Elektrofahrzeug.

Für Aktionäre steht zudem ein Termin fest: Am 29. September 2026 ist eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt, auf der über Änderungen der Satzung, die Wahl beziehungsweise Wiederwahl von Direktoren sowie den Start eines Asset-Pool-Geschäfts mit externen Garantien abgestimmt wird. Das Register für H-Aktien schließt vom 24. bis 29. September, die Frist für Übertragungen endet am 23. September um 16:30 Uhr.

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