BYD Aktie: Great Tang mit 150.000 Bestellungen
BYD kämpft mit Absatzrückgang, internen Umstrukturierungen und drohenden EU-Strafzöllen auf Hybridmodelle.

- Dezentralisierung der Forschungsabteilung
- 20 Prozent weniger Verkäufe seit Januar
- EU plant Zölle auf Plug-in-Hybride
- Neuer SUV mit 150.000 Vorbestellungen
BYD hat eine turbulente Woche hinter sich. Der chinesische Elektroautobauer kämpft an drei Fronten gleichzeitig: sinkende Absatzzahlen, ein interner Konzernumbau und neue Zolldrohungen aus Brüssel.
Konzernumbau als Reaktion auf Absatzschwäche
BYD zentralisiert nicht mehr — es dezentralisiert. Die bisherige zentrale Forschungs- und Entwicklungsabteilung wird in fünf eigenständige Markenbereiche aufgeteilt. Jede Einheit soll künftig ihre eigene Frontend-Entwicklung und Planung verantworten. Das Ziel: weniger interne Überschneidungen, schärfere Margensteuerung.
Der Anlass für den Umbau ist konkret. Von Januar bis Mai 2026 verkaufte BYD rund 1,4 Millionen Fahrzeuge — das entspricht einem Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Management reagiert mit einem Kurswechsel: Effizienz vor Volumen. Ähnliche Strukturen nutzt bereits Geely, um Premiummarken profitabler zu führen.
Brüssel schließt die PHEV-Lücke
Ausgerechnet jetzt plant die EU-Kommission, Strafzölle auf chinesische Plug-in-Hybride einzuführen. Bisher konnten PHEVs mit dem Standard-Importzoll von zehn Prozent nach Europa exportiert werden — während reine Elektrofahrzeuge deutlich höhere Abgaben zahlen. BYD-Elektromodelle tragen in der EU bereits einen Zusatzzoll von 17 Prozent, insgesamt also 27 Prozent.
Modelle wie der Atto 2 DM-i haben sich in Deutschland und Spanien zu Bestsellern entwickelt. Genau dieses Wachstumssegment würden neue PHEV-Zölle treffen. Für BYDs Europastrategie wäre das ein empfindlicher Rückschlag.
Flaggschiff mit 150.000 Vorbestellungen
Inmitten der Turbulenzen setzt BYD auf ein starkes Produkt. Der neue SUV „Great Tang“ wurde diese Woche in China offiziell eingeführt. Das Siebensitzer-Flaggschiff der Dynasty-Reihe startet bei rund 239.900 Yuan — umgerechnet etwa 35.500 Euro. Es verfügt über eine 1.000-Volt-Architektur und lädt den Akku in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent.
Über 150.000 Vorbestellungen liegen bereits vor. Vizepräsidentin Stella Li bestätigte, dass der Great Tang noch Ende 2026 oder Anfang 2027 in Europa und der Asien-Pazifik-Region starten soll.
Kurs nahe am Jahrestief
Die Aktie schloss am Freitag bei 8,90 Euro — nur 0,85 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 8,82 Euro. Auf Wochensicht verlor das Papier gut sechs Prozent, seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 19 Prozent. Der RSI liegt bei 25,6 und signalisiert damit überverkauftes Terrain.
Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt inzwischen fast 19 Prozent. Ob der Great Tang und der Konzernumbau die Trendwende einleiten, wird sich spätestens an den Halbjahreszahlen zeigen — die dürften den Markt im Juli auf eine harte Probe stellen.
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