BYD Aktie: Great Tang mit 150.000 Vorbestellungen

Chinas E-Auto-Primus BYD meldet Rekordzahlen bei Vorbestellungen, während der Aktienkurs nahe dem Jahrestief notiert. Expansion in Europa und neue Zollabkommen prägen die Lage.

Die Kernpunkte:
  • Rekord-Vorbestellungen für neuen SUV
  • Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief
  • Expansion in Europa und Südamerika
  • Batterieproduktion als Engpass

Starke Verkaufszahlen, schwacher Aktienkurs. Bei BYD klaffen Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der chinesische Autobauer meldet Rekorde bei den Vorbestellungen und expandiert aggressiv in Europa. An der Börse notiert das Papier zeitgleich nahe dem Jahrestief.

Expansion trifft auf Verkaufsdruck

In Großbritannien erobert BYD rasant Marktanteile. Zwischen Januar und April verkaufte der Konzern dort über 26.000 Fahrzeuge. Das entspricht einem Marktanteil von 7,2 Prozent. Um dieses Wachstum abzusichern, eröffnete BYD in London die erste eigene Schnellladestation.

Anleger honorieren diese Erfolge kaum. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 9,05 Euro. Damit trennt den Kurs nur noch gut ein Prozent vom 52-Wochen-Tief. Ein RSI-Wert von 27,5 signalisiert zudem einen stark überverkauften Zustand.

Rekordstart mit Lieferengpass

Auf dem Heimatmarkt zündet BYD parallel die nächste Stufe. Der neue Elektro-SUV „Great Tang“ verzeichnet seit April über 150.000 Vorbestellungen. Das ist ein interner Rekord für ein einzelnes Modell. Das Fahrzeug punktet mit einer Reichweite von 950 Kilometern.

Ein voller Erfolg. Allerdings bringt die hohe Nachfrage die Produktion an ihre Grenzen. Chairman Wang Chuanfu räumte auf der Hauptversammlung ein Problem ein. Die Fertigung der neuen Blade-Batterie kommt aktuell nicht hinterher.

Zölle zwingen zum Umbau

Langfristig will BYD den Weltmarkt dominieren. Innerhalb von fünf Jahren plant Wang Chuanfu den Aufstieg zum größten Autobauer der Welt. Dafür muss BYD den Abstand zum Branchenprimus Toyota drastisch verringern.

Auf dem Weg dorthin navigiert der Konzern durch ein komplexes Handelsumfeld. Ein neues Abkommen mit Kanada erlaubt den Import von jährlich 49.000 chinesischen Elektroautos. Der reduzierte Zollsatz liegt bei rund sechs Prozent. Das ist deutlich weniger als zuvor befürchtet.

In Südamerika reagiert BYD auf steigende Hürden. Brasilien erhöht die Einfuhrzölle für Elektroautos ab Juli auf bis zu 28 Prozent. Als Gegenmaßnahme baut der Konzern eine lokale Batteriefabrik auf. Bis Mitte September fällt die Entscheidung über den genauen Standort.

Das Ziel: Bis Anfang 2027 sollen in Brasilien gebaute Fahrzeuge zur Hälfte aus lokalen Teilen bestehen. BYD treibt seine globale Integration damit konsequent voran. Gelingt die Skalierung der Batterieproduktion, könnte sich der aktuelle Kursabschlag als übertrieben erweisen. Fällt die Aktie jedoch unter die Unterstützung bei 8,95 Euro, drohen weitere Verluste.

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