BYD Aktie: Heimatmarkt schwächelt trotz Exportboom

BYD steigert den Quartalsgewinn, verfehlt jedoch die Erwartungen. Wachstum im Ausland steht sinkenden Erlösen und Engpässen gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsgewinn steigt um 30 Prozent
  • Umsatz sinkt im vierten Quartal
  • Auslandsverkäufe legen deutlich zu
  • Produktionsengpässe bremsen weiteres Wachstum

Barclays hat das Kursziel für BYD am Freitag von 20 auf 20 US-Dollar gesenkt – korrekt von 22 auf 20 US-Dollar. Die Anpassung fällt in eine Phase, in der der Autobauer seine Wachstumsstory im Ausland zwar bekräftigt, das operative Geschäft in China aber schwächelt.

Ende August hatte BYD Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die gemischte Signale sendeten. Der Nettogewinn stieg um 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Yuan und beendete damit eine Serie von vier Quartalen mit rückläufigem Gewinn.

Der Umsatz sank jedoch um 3,2 Prozent auf 194,6 Milliarden Yuan – bereits das vierte Quartal in Folge mit schrumpfenden Erlösen. Analysten von Morgan Stanley, UBS, Citi, Deutsche Bank und CMBI hatten im Vorfeld mit einem Gewinnsprung von rund 48 Prozent gerechnet. Die tatsächlichen 30 Prozent blieben damit deutlich hinter dem Konsens zurück.

Auslandsgeschäft als einziger Wachstumstreiber

Die Zahlen offenbaren ein strukturelles Problem: Der Preiskampf auf dem chinesischen Heimatmarkt frisst die Margen auf. Wachstum kommt fast ausschließlich aus dem Export. Im ersten Halbjahr 2026 legten die Auslandsverkäufe um 71 Prozent auf mehr als 790.000 Fahrzeuge zu und machten damit 44 Prozent des Gesamtabsatzes aus.

Von Januar bis August summierten sich die Auslandsverkäufe auf 1.162.260 Fahrzeuge, ein Plus von 85,72 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit einem Rekordmonat August von 189.466 Einheiten.

Genau diese Auslandsexpansion hatte BYD-Management laut Deutsche Bank am vergangenen Mittwoch bekräftigt – seither hat die Aktie rund 1,5 Prozent verloren. Der Konzern hob seine Prognose für 2026 auf 1,9 bis 2,0 Millionen verkaufte Fahrzeuge im Ausland an, deutlich mehr als die im Januar avisierten 1,3 Millionen.

Für 2027 nennt das Management ein Ziel von über 2,5 Millionen Auslandsfahrzeugen, was den Konzern noch stärker vom schrumpfenden Heimatmarkt entkoppeln würde.

Kapazitätsengpässe bremsen die Expansion

Der ambitionierte Expansionskurs steht allerdings unter Vorbehalt. Laut Deutsche Bank plant BYD den Produktionsstart in Ungarn für November oder Dezember 2026, das Werk in Indonesien läuft bereits, und die Fabrik in Brasilien soll schrittweise auf eine Jahreskapazität von 300.000 Fahrzeugen hochgefahren werden.

Gleichzeitig belastet ein Auftragsstau von rund 250.000 Einheiten bei den Schnellladefahrzeugen den Absatz – begrenzt durch die Verfügbarkeit der Blade-2-Batterie bis voraussichtlich Anfang 2027. Parallel verfolgt der Konzern das Ziel von 90.000 Schnellladestationen bis 2028, gestaffelt über 20.000 bis Ende 2026 und jeweils 30.000 beziehungsweise 40.000 in den beiden Folgejahren.

An der Kurstafel bleibt die Aktie unter Druck: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 8,81 Euro und damit rund 29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro. Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob das Auslandswachstum stark genug ist, um die Schwäche im Heimatmarkt dauerhaft zu kompensieren – die enttäuschende Gewinnentwicklung im zweiten Quartal liefert darauf noch keine endgültige Antwort.

Auf der Unternehmensseite steht zudem ein Termin an: Für den 29. September ist eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt, auf der über Änderungen der Satzung, Vorstandswahlen und den Start eines neuen Asset-Pool-Geschäfts abgestimmt werden soll. Das Aktienregister für H-Aktien wird vom 24. bis 29. September geschlossen.

Anzeige

BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 13. September liefert die Antwort:

Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BYD