BYD Aktie: J.P. Morgan stuft auf Neutral zurück

Neue Modelle und Ladetechnik sollen BYDs Geschäft stärken; für das Absatzziel von fünf Millionen Fahrzeugen steigt der Quartalsbedarf.

Die Kernpunkte:
  • Great Han startet ab 235.900 Yuan
  • Laden von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten
  • UOB Kay Hian hält an Kaufempfehlung fest
  • Neunmonatsabsatz sinkt um 3,94 Prozent

BYD forciert die Erneuerung seiner Modellpalette und setzt dabei verstärkt auf neue Ladetechnik.

Die neuen Fahrzeuge sollen den Absatz beleben, während die Hürden für das Erreichen der unternehmenseigenen Jahresziele im Schlussquartal deutlich steigen.

Neuer Vorstoß in der Oberklasse

Die Limousine Great Han startet in China zu Preisen ab 235.900 Yuan. Nach dem chinesischen Testzyklus CLTC wird eine Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern angegeben. Für die Energiespeicher setzt der Hersteller auf eine Schnellladetechnik, die den Ladevorgang von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten ermöglichen soll.

Für Märkte außerhalb Chinas nannte BYD für diese Limousine bislang keine Vertriebspläne. Dieselbe Ladetechnologie präsentierte das Unternehmen zu Wochenbeginn in Paris jedoch bereits im ATTO 8, womit der Konzern seine technologischen Fähigkeiten auch dem europäischen Publikum vorstellt. Die neuen Modelle zielen darauf ab, margenstarke Segmente zu erschließen und die technologische Differenzierung gegenüber Wettbewerbern auszubauen.

Druck auf die Jahresziele wächst

Die Messlatte für das laufende Geschäftsjahr liegt hoch. Das Analysehaus UOB Kay Hian wies am 09. Oktober darauf hin, dass BYD für das Erreichen des Absatzziels von 5 Millionen Einheiten im Schlussquartal monatlich durchschnittlich 622.800 Fahrzeuge ausliefern müsste. Im September meldete der Konzern 463.561 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.

Trotz dieser anspruchsvollen Vorgabe und schwächerer Inlandsverkäufe stufte UOB Kay Hian die Aktie weiterhin mit einer Kaufempfehlung ein. Allerdings bleibt der Druck auf das Management hoch, um die Lücke in den verbleibenden Monaten zu schließen.

In den ersten neun Monaten summierte sich der Absatz auf 3.131.576 Fahrzeuge, was einem leichten Rückgang von 3,94 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Gleichzeitig erzielte der Konzern im September einen Export von 180.700 Einheiten.

Medienberichten zufolge behauptete BYD nach Erhebungen der China Passenger Car Association im September zwar die Spitzenposition im chinesischen Markt für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, büßte im Vorjahresvergleich jedoch Marktanteile ein. Zusätzliche Zurückhaltung bei Anlegern löste vor gut einer Woche die Verständigung zwischen der Europäischen Union und China über eine Begrenzung chinesischer Hybrid-Exporte aus.

Gegenwind an den Handelsplätzen

Die regulatorischen Hürden und die Abkühlung im chinesischen Automarkt belasten auch das Sentiment der Marktbeobachter. Mehrere Faktoren dämpfen derzeit die Zuversicht mit Blick auf das Expansionstempo.

J.P. Morgan hatte die Einstufung für die Aktie am 29. September von „Overweight“ auf „Neutral“ zurückgenommen und das Kursziel von 124 HK$ auf 88 HK$ gesenkt. Als Belastungsfaktoren verwiesen die Analysten neben der verhaltenen Binnennachfrage auf steigende Vorleistungskosten und handelspolitische Barrieren.

An den Finanzmärkten hinterlässt diese Gemengelage deutliche Spuren. Am Freitag schloss das Papier im deutschen Handel bei 8,34 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 22 Prozent, womit der Titel nur 3,9 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief notiert.

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