BYD Aktie: Kurs fällt 22 Prozent seit Jahresbeginn
Der neue Elektro-Sedan setzt auf BYDs Blade-Akku, während sinkende Exportrückerstattungen und EU-Importgrenzen das Auslandsgeschäft belasten.

- Da Han EV startet in drei Varianten
- Blade-Akku fasst 102,3 Kilowattstunden
- Neunmonatsabsatz sinkt um 3,94 Prozent
- UOB Kay Hian hält an Kaufempfehlung fest
Mit neuen Modellen und verkürzten Ladezeiten verstärkt BYD den Wettbewerbsdruck im Heimatmarkt China. Der Hersteller brachte den Da Han EV offiziell in den Handel und setzt dabei auf seine modernisierte Speichertechnik. Gleichzeitig kämpft der Konzern auf den internationalen Märkten mit regulatorischen Hürden.
Neue Batterietechnologie und Modelloffensive
Der Da Han EV kommt in drei rein batterieelektrischen Ausstattungsvarianten auf den chinesischen Markt. Preislich bewegen sich die Modelle zwischen 235.900 und 275.900 Yuan. BYD stattet alle Versionen mit einer 102,3 Kilowattstunden fassenden Blade-Batterie der zweiten Generation aus.
Nach Unternehmensangaben ermöglicht der Akku eine Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern nach dem chinesischen CLTC-Testzyklus. Für den Ladevorgang von 10 auf 97 Prozent stellt der Hersteller eine Zeitspanne von neun Minuten in Aussicht. Das Fahrzeug verfügt zudem über ein LiDAR-basiertes Fahrerassistenzsystem.
Die Modellpalette soll zügig weiter wachsen. Am Freitag teilte BYD-Manager Lu Tian Bilder der dritten Generation des Qin PLUS, nachdem das Modell die behördliche Registrierung in China durchlaufen hat. Medienberichten zufolge wird der Marktstart des Fahrzeugs für Ende Oktober erwartet.
Licht und Schatten im Auslandsgeschäft
Die technische Aufrüstung trifft auf ein anspruchsvolles Marktumfeld. In den ersten neun Monaten des Jahres setzte BYD kumuliert 3.131.576 New-Energy-Fahrzeuge ab, was einem Rückgang von 3,94 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Allein im September lieferte der Konzern 463.561 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus, darunter 456.713 Personenkraftwagen.
Der Export trug im September mit 180.700 Einheiten zum Volumen bei. In Großbritannien verzeichnete das Unternehmen mit 20.140 Neuzulassungen im September nach eigenen Angaben den bisher stärksten Monat und das stärkste Quartal seiner dortigen Präsenz.
Parallel belasten politische Weichenstellungen die Perspektiven für das Exportgeschäft. Eine Einigung zwischen der Europäischen Union und China sieht eine Obergrenze von jährlich 350.000 importierten Hybridfahrzeugen vor.
Zudem kündigte das chinesische Finanzministerium vor gut einer Woche an, den Mehrwertsteuer-Rückerstattungssatz für Exporte von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zum 1. April 2027 von 13 auf 9 Prozent zu senken, was die Margen der Exporteure belasten könnte.
Kursentwicklung und Analystenstimme
An der Börse spiegeln sich diese Belastungsfaktoren wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die BYD-Aktie bei 8,34 Euro, womit das Papier seit Jahresanfang ein Minus von 22 Prozent aufweist.
Trotz der schwächer als erwartet ausgefallenen Neunmonatszahlen der chinesischen Automobilbranche bewertete das Analysehaus UOB Kay Hian die Aktie am 9. Oktober weiterhin mit einer Kaufempfehlung und führte den Wert als Favoriten im Sektor. Ob die technischen Neuerungen der jüngsten Modellgenerationen ausreichen, um die Margensorgen im Export auszugleichen, bleibt die zentrale Fragestellung für die kommenden Quartale.
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