BYD Aktie: Kurssturz auf 8,56 Euro

BYD-Aktie fällt auf Jahrestief, während Konzernchef Wang Chuanfu das Ziel der globalen Marktführerschaft bis 2030 bekräftigt.

Die Kernpunkte:
  • Aktie auf niedrigstem Stand seit einem Jahr
  • Ehrgeiziges Ziel: Toyota bis 2030 überholen
  • Expansion in Pakistan mit neuen Autohäusern
  • Modellwechsel in Australien angekündigt

Wang Chuanfu hat ein klares Ziel: BYD soll bis 2030 Toyota überholen und größter Autohersteller der Welt werden. Das klingt kühn — und trifft auf eine Aktie, die gerade auf dem tiefsten Stand seit fast einem Jahr notiert.

Großes Ziel, weiter Weg

Auf der Hauptversammlung skizzierte der BYD-Chef den Weg zur globalen Marktführerschaft. Aktuell produziert BYD rund 4,6 Millionen Fahrzeuge pro Jahr — Elektroautos und Plug-in-Hybride zusammengerechnet. Toyota lieferte 2025 dagegen 10,5 Millionen Einheiten aus. Die Lücke ist erheblich.

BYD setzt auf das Auslandsgeschäft, um sie zu schließen. In Pakistan eröffnete Vertriebspartner Mega Motor Company am 24. Juni das dritte Autohaus in Karachi. Das Netz wächst damit auf sieben Standorte landesweit. Für die zweite Jahreshälfte plant BYD weitere Eröffnungen in pakistanischen Großstädten. Im Angebot: Atto 2, Atto 3, Seal und der Shark 6 Pickup.

Kurs im freien Fall

Während die Expansionspläne Fahrt aufnehmen, verliert die Aktie deutlich an Boden. Mit 8,56 Euro schloss das Papier am Mittwoch — nach einem Minus von zehn Prozent in nur zwei Handelstagen. Auslöser waren Preissenkungen bei Elektroautos in verschiedenen Märkten. Das 52-Wochen-Tief liegt bei 8,37 Euro, der Abstand dazu beträgt noch knapp zwei Prozent.

Der RSI fiel auf 23,4 — ein Wert, der technisch als stark überverkauft gilt. Zum 200-Tage-Durchschnitt klafft ein Abstand von mehr als 21 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 22 Prozent verloren.

Modellpflege in Australien

Parallel dazu räumt BYD sein Portfolio auf. In Australien strich das Unternehmen die Einstiegsvariante Seal Dynamic aus dem Programm. Der Grund: schwache Verkaufszahlen. Den Platz übernimmt der neue Seal 6 als Hybrid-Modell — eine Reaktion auf die noch lückenhafte Ladeinfrastruktur in weiten Teilen des Landes.

Das Muster zieht sich durch die gesamte Strategie: Wo Strom fehlt, setzt BYD auf Plug-in-Hybride. Das dürfte auch in anderen Wachstumsmärkten die Blaupause bleiben.

Der nächste Gradmesser für die Fortschritte beim Wachstumsziel sind die Absatzzahlen für das zweite Quartal 2026, die BYD traditionell Anfang Juli veröffentlicht.

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