BYD Aktie: Malaysia-Werk gestrichen, CKD-Partner geplant
BYD plant erste Feststoffbatterie im Auto ab 2027, verwirft den Werksbau in Malaysia und sieht sich mit einem schwachen Aktienkurs konfrontiert.

- Erstes Feststoffauto für 2027 angekündigt
- Serienfertigung um 2030 angepeilt
- Montagewerk in Malaysia wird nicht gebaut
- BYD-Aktie rund 29 Prozent unter Jahreshoch
BYD treibt seine Batterietechnik voran, kassiert zugleich aber ein Werksprojekt in Malaysia. Beide Nachrichten zeigen, wie der chinesische Autobauer zwischen technologischem Vorsprung und operativen Rückschlägen im internationalen Geschäft balanciert.
Feststoffbatterie soll 2027 ins Auto
BYD-Managerin Stella Li kündigte in einem Interview in Valencia an, dass der Konzern 2027 sein erstes Fahrzeug mit einer selbst entwickelten Feststoffbatterie präsentieren will. Die Konzerntochter FinDreams arbeitet an einem Sulfid-Festelektrolyten namens LPSC, Prototypzellen mit 20 und 60 Amperestunden sollen eine Energiedichte von rund 400 Wattstunden pro Kilogramm erreichen.
FinDreams-Technikchef Sun Huajun bezifferte das Testprogramm auf etwa 1000 Fahrzeuge ab 2027, die Massenproduktion sei für rund 2030 angepeilt. Erste Anwendungen sollen in den Premiummarken Yangwang und Denza erfolgen. BYD-Vertreter Lian Yubo rechnet damit, dass Feststofftechnik und klassische Lithium-Ionen-Batterien noch 15 bis 20 Jahre parallel existieren werden.
Damit reiht sich BYD in ein Feld ein, das auch Toyota und Idemitsu (Zeitrahmen 2027/28) sowie Samsung SDI (2027) bearbeiten. Der Wettlauf um die nächste Batteriegeneration gilt als einer der wichtigsten Differenzierungsfaktoren im globalen EV-Markt, weil höhere Energiedichte Reichweite und Sicherheit zugleich verbessern kann.
Für Anleger ist der Zeithorizont entscheidend: Bis zur Serienreife um 2030 bleibt die Ankündigung ein strategisches Signal, kein kurzfristiger Umsatztreiber.
Rückzieher in Malaysia
Parallel bestätigte BYD, dass ein im August 2025 angekündigtes Montagewerk im malaysischen Tanjong Malim nicht gebaut wird. Ursprünglich sollte die Produktion dort bereits 2026 anlaufen.
Der malaysische BYD-Geschäftsführer Jacob Ma erklärte, man verhandle stattdessen fortgeschritten mit einem etablierten lokalen CKD-Partner für die Montage vor Ort – Name, Standort, Modellpalette und Starttermin blieben aber offen. Spekulationen verweisen auf das Inokom-Werk von Sime Motors in Kulim, bestätigt ist das jedoch nicht.
Der Schwenk zeigt, dass BYD seine internationale Fertigungsstrategie flexibel anpasst, statt an einmal angekündigten Standorten festzuhalten. Das passt zum Bild eines Konzerns, der parallel in Brasilien mit dem Werk in Bahia bereits 5500 Menschen direkt beschäftigt und dort bis 2027 einen Lokalanteil von über 50 Prozent anstrebt.
Politisches Umfeld bleibt Unsicherheitsfaktor
Zusätzliche Brisanz erhält die internationale Expansion durch Aussagen von US-Präsident Trump, der vor dem geplanten Gipfel mit Chinas Staatschef Xi Ende September signalisierte, chinesischen Autobauern könnte eine Produktion in den USA erlaubt werden – den Import fertiger Fahrzeuge schloss er dagegen aus. US-Autobauer und Abgeordnete lehnen den Vorstoß ab, offen sind zudem Eigentumsgrenzen, Zölle und Datenregeln.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage in einem schwachen Kursverlauf. Die BYD-Aktie notiert vorbörslich bei 8,90 Euro und liegt damit rund 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro vom 2. Oktober. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 17 Prozent zu Buche.
Die technische Verfassung mit einem RSI von 33,7 deutet auf eine überverkaufte Situation hin, was kurzfristig für eine Stabilisierung sprechen könnte – die fundamentalen Fragen zu Marktzugang und Werksplanung bleiben davon aber unberührt.
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