BYD Aktie: Marktanteil-Sprung!

Goldman Sachs und Citigroup prognostizieren höhere BYD-Ergebnisse; Europas Importgrenze und der geplante Ungarn-Start prägen den Ausblick.

Die Kernpunkte:
  • Goldman Sachs erwartet 47 Prozent Gewinnplus
  • Citigroup schätzt Überschuss auf 12,95 Milliarden Renminbi
  • Europäische Importobergrenze von 350.000 Fahrzeugen vorgesehen
  • Ungarisches Werk soll Jahresende anlaufen

Vor der Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal erhält der chinesische Fahrzeugbauer Zuspruch von internationalen Analysehäusern. Goldman Sachs rechnet für das abgelaufene Dreimonatsviertel mit einem deutlichen Ergebnissprung: Der Nettogewinn soll nach Schätzungen der Bank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent auf 11,5 Milliarden Renminbi steigen. Beim Umsatz erwarten die Analysten ein Plus von 25 Prozent auf rund 242,94 Milliarden Renminbi.

Die Schätzungen stützen sich auf eine anhaltend robuste Dynamik im Heimatmarkt. Im chinesischen Einzelhandel mit elektrifizierten Neufahrzeugen konnte das Unternehmen seinen Marktanteil im dritten Quartal laut der Studie von 22 Prozent auf 25 Prozent ausbauen. Goldman Sachs bekräftigte die Kaufempfehlung und führt den Titel weiterhin auf der hauseigenen Überzeugungsliste mit einem Kursziel von 134 Hongkong-Dollar.

Analysten sehen solide Margenentwicklung

Auch die Citigroup blickt zuversichtlich auf das anstehende Zahlenwerk, das für den 29. Oktober angekündigt ist. Das Institut veranschlagt den bereinigten Quartalsüberschuss auf 12,95 Milliarden Renminbi und bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 142 Hongkong-Dollar.

Zugleich heben die Experten die disziplinierte Bestandssteuerung im heimischen Vertriebsnetz hervor. Zum Ende des Monats September lagen die Händlerbestände in China stabil bei 2,15 Monatsrationen, während die Inlandsverkäufe im Monatsvergleich um mehr als sieben Prozent zulegten. Für den Oktober wird eine Fortsetzung dieses Trends erwartet, gestützt auf ein solides Volumen im Großhandelsabsatz.

Regulatorische Hürden im Europageschäft

Das operative Wachstum vollzieht sich vor dem Hintergrund wachsender handelspolitischer Weichenstellungen. Im wichtigen europäischen Markt zeichnet sich eine Deckelung der Importe ab: Vorgesehen ist eine Obergrenze von zunächst 350.000 in China produzierten Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeugen pro Jahr. Da Modelle mit kombiniertem Antrieb zuletzt einen wesentlichen Teil der Ausfuhren ausmachten, fordern diese Vorgaben die Vertriebsstrategie heraus.

Um künftige Handelshemmnisse zu umgehen, forciert der Konzern den Aufbau lokaler Fertigungsstandorte. Das Werk in Ungarn soll Ende des Jahres anlaufen und eine geplante Jahreskapazität von 300.000 Einheiten erreichen.

An den Märkten spiegeln sich die geopolitischen Diskussionen in einer verhaltenen Bewertung wider. Im deutschen Handel notiert das Papier heute bei 8,25 Euro. Auf Jahressicht beläuft sich das Minus damit auf rund 23 Prozent. Die anstehende Ergebnisvorlage Ende Oktober wird zeigen müssen, inwieweit die operative Ertragskraft den politischen Gegenwind ausgleichen kann.

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