BYD Aktie: Montagewerk in Pakistan geplant
Starke internationale Auslieferungen gleichen sinkende Verkäufe in China teilweise aus; Zölle und geringere Exporterstattungen belasten die Margen.

- Auslandsabsatz steigt im September um 153,9 Prozent
- Neunmonatsvolumen übertrifft bereits das Gesamtjahr 2025
- BYD plant pakistanisches Werk mit 25.000 Einheiten
- Exportabgaben erhöhen den Margendruck ab 2027
Der chinesische Automobilhersteller BYD stützt sein Wachstum zunehmend auf das internationale Geschäft. Neue Daten des Branchenverbands CPCA belegen eine spürbare Verschiebung der Absatzströme: Während die Nachfrage auf dem chinesischen Heimatmarkt abkühlt, verzeichnet das Unternehmen im Ausland kräftige Zuwächse. An der Börse gibt das Papier heute nach und steht bei 8,45 Euro, was einem Tagesverlust von 2,4 Prozent entspricht.
Internationaler Absatz übertrifft bereits das gesamte Vorjahr
Im September lieferte der Konzern 179.877 Pkw und Pick-ups an ausländische Kunden aus. Das entspricht einem Zuwachs von 153,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Getrieben von diesem Schwung kletterten die Auslandsverkäufe in den ersten neun Monaten des Jahres auf knapp 1,34 Millionen Fahrzeuge.
Damit hat BYD bereits vor dem Schlussquartal das gesamte Auslandsvolumen des Jahres 2025 übertroffen. Die internationalen Auslieferungen machen inzwischen rund 43 Prozent des gesamten Großhandelsvolumens aus. Der Zuwachs federt die spürbare Schwäche auf dem Heimatmarkt ab: In China sanken BYDs Einzelhandelsverkäufe im September um 28,9 Prozent auf rund 247.000 Einheiten.
Montagewerk in Pakistan und weltweiter Rollout
Parallel zum Export forciert BYD den Aufbau eigener Fertigungskapazitäten im Ausland. Vizepräsident Liu Xueliang erklärte heute, dass Pakistan zu einem regionalen Produktions- und Exportzentrum für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben werden könne.
Zusammen mit dem Partner Mega Motor Company plant der Konzern dort eine Fabrik, die Ende 2026 starten soll. Die Anfangskapazität liegt bei 25.000 Einheiten jährlich und soll später auf 50.000 Fahrzeuge verdoppelt werden.
Gleichzeitig erweitert das Unternehmen seine Modellpalette in neuen Märkten. Am heutigen Tag brachte BYD gemeinsam mit Vertriebspartner John Keells CG Auto den elektrischen Kleinwagen RACCO in Sri Lanka auf den Markt.
Neben dem privaten Endkundengeschäft beliefert der Konzern zunehmend staatliche Stellen und stellte zuletzt Polizeifahrzeuge in Pakistan, Mexiko und auf den Philippinen bereit. Weltweit ist die Marke inzwischen in mehr als 120 Ländern und Regionen vertreten.
Handelsbeschränkungen erhöhen den Margendruck
Der rasche weltweite Vorstoß bringt jedoch wachsende regulatorische Herausforderungen mit sich. In der Europäischen Union unterliegen BYD-Fahrzeuge seit Oktober 2024 einem Zusatzzoll von 17 Prozent, der auf den regulären Einfuhrsatz von zehn Prozent aufgeschlagen wird. Hinzu kommt Gegenwind aus Peking: Die chinesische Regierung senkt zum 1. April 2027 die Mehrwertsteuerrückerstattung für Automobilexporte von 13 auf 9 Prozent.
Die Analysten der Deutschen Bank kalkulieren infolge dieser Steuerkürzung mit einer Schmälerung des Ergebnisses um rund 5.000 Yuan je exportiertem Fahrzeug ab dem zweiten Quartal 2027. Lokale Produktionsstätten gewinnen vor diesem Hintergrund massiv an Bedeutung. Das erste europäische Werk in Szeged soll im vierten Quartal 2026 die Serienproduktion aufnehmen, um Zölle zu umgehen und die Rentabilität im Überseegeschäft abzusichern.
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