BYD Aktie: Montagewerk in Pakistan geplant
Der größere Great Seagull erhält mehr Leistung; zugleich plant BYD ein Werk in Pakistan und erweitert seine Transportflotte.

- Great Seagull mit 95-Kilowatt-Antrieb
- Vorbestellungen in China gestartet
- Pakistan-Werk für 2026 vorgesehen
- BYD bestellt zehn weitere Frachter
Mit dem Vorbestellungsstart für die zweite Generation seines Erfolgsmodells Seagull setzt der chinesische Elektroautobauer BYD ein deutliches Zeichen im Heimatmarkt. Gestern öffnete der Konzern die Reservierungslisten für den kompakten Stromer, der noch vor Jahresende auf den chinesischen Markt rollen soll. Die Aktie ging am Freitag mit einem Plus von 4,2 Prozent bei 8,65 Euro aus dem europäischen Handel.
Größere Dimensionen für den Bestseller
Der Kleinwagen, der in der Neuauflage unter der Bezeichnung Great Seagull antritt, wächst deutlich gegenüber seinem Vorgänger. Nach Daten des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnik (MIIT) misst das Fahrzeug künftig 4.205 Millimeter in der Länge und bietet einen Radstand von 2.650 Millimetern. Das entspricht einem Zuwachs von 425 Millimetern bei den Außenmaßen und 150 Millimetern beim Radstand.
Auch der Antrieb erfährt eine spürbare Leistungssteigerung: Statt des bisherigen 55-Kilowatt-Motors treibt nun eine 95 Kilowatt starke Einheit über die Hinterachse den Wagen an. Für die Stromversorgung stehen Lithium-Eisenphosphat-Akkus der Konzerntochter FinDreams mit Kapazitäten von 29,99 und 39,23 Kilowattstunden zur Verfügung. Optional soll das Modell künftig auch mit einem LiDAR-Dachsensor ausgestattet sein.
Mit diesem Ausbau zielt BYD auf die Festigung seiner Position im Volumensegment. Die bisherige Modellgeneration gehörte mit weltweit über 212.000 abgesetzten Einheiten bis August zu den meistverkauften reinen Elektrofahrzeugen weltweit. Genaue Verkaufspreise für die Neuauflage nannte das Management zum Vorbestellungsstart bislang nicht.
Produktionsnetzwerk im Ausland wächst
Parallel zur Produktpflege treibt der Konzern seine internationale Aufstellung voran. Wie BYD-Vizepräsident Liu Xueliang gestern bekanntgab, steht die Eröffnung des Montagewerks in Pakistan für die zweite Jahreshälfte 2026 bevor. Die Anlage soll mit einer anfänglichen Kapazität von 25.000 Fahrzeugen pro Jahr starten und lässt sich perspektivisch auf 50.000 Einheiten erweitern.
Das pakistanische Werk markiert den sechsten Produktionsstandort des Konzerns außerhalb Chinas und soll mehr als 1.100 direkte Arbeitsplätze schaffen. Zusammen mit dem lokalen Partner Mega Motor Company verhandelt BYD zudem über den Aufbau einer ultraschnellen Ladeinfrastruktur auf Basis der neuen Generation der hauseigenen Blade-Batterie.
Um den steigenden Fahrzeugstrom logistisch zu bewältigen, bestellte das Unternehmen zehn weitere Autotransportschiffe bei China Merchants Industry. Mit einer Kapazität von jeweils 9.200 Standard-Pkw-Stellplätzen wächst die eigene Flotte damit bis 2029 auf insgesamt 18 Frachter.
Analysten sehen Spielraum
Anleger blicken nach den jüngsten Ankündigungen auf die Bewertung des Automobilherstellers, dessen Marktkapitalisierung aktuell umgerechnet 75,72 Milliarden Euro beträgt. SDIC Securities International bestätigte heute die Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 103,6 Hongkong-Dollar und verwies dabei auf die weiterhin soliden Wachstumsperspektiven.
Trotz der operativen Zuwächse steht für das Papier seit dem Jahreswechsel allerdings ein Minus von 19 Prozent zu Buche. Ob die neuen Modelle und die zusätzlichen Exportkapazitäten den Abwärtstrend nachhaltig brechen können, dürften die kommenden Absatzzahlen zeigen.
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