BYD Aktie: Nettogewinn bricht um 55 Prozent ein

BYD verhandelt über den Kauf brachliegender Werke in Europa, um EU-Strafzölle zu umgehen und das starke Auslandsgeschäft weiter auszubauen.

Die Kernpunkte:
  • Gespräche mit Stellantis über Werkskauf
  • EU-Strafzölle von bis zu 35 Prozent
  • Nettogewinn im ersten Quartal eingebrochen
  • Exporte erreichen neuen Rekordwert

Starkes Wachstum im Ausland, schrumpfende Gewinne auf dem Heimatmarkt— bei BYD klaffen die regionalen Entwicklungen weit auseinander. Um die hohen EU-Zölle zu umgehen, ändert der chinesische Elektroautobauer nun seine Strategie. Das Management verhandelt direkt über die Übernahme brachliegender Fabriken europäischer Konkurrenten.

Direkter Einstieg statt Joint Ventures

BYD-Vizepräsidentin Stella Li bestätigte Gespräche mit Stellantis und weiteren Herstellern. Ziel ist der Kauf ungenutzter Produktionsstätten in Ländern wie Italien. Der Konzern will diese Werke in Eigenregie betreiben und auf Joint Ventures verzichten. Parallel dazu prüft das Management den Erwerb angeschlagener europäischer Traditionsmarken.

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Die lokale Produktion würde es BYD ermöglichen, die EU-Strafzölle von bis zu 35 Prozent zu umgehen. Der Aufbau eigener Kapazitäten läuft bereits auf Hochtouren. Noch in diesem Jahr eröffnet ein milliardenschweres Werk im ungarischen Szeged, bis 2027 folgt ein weiterer Standort in der Türkei.

Exporte federn heimische Schwäche ab

Die europäische Expansion ist eine direkte Reaktion auf den massiven Preisdruck in China. Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um gut 55 Prozent auf 4,09 Milliarden Yuan ein. Zwar stiegen die weltweiten Verkäufe im April im Monatsvergleich leicht an, auf Jahressicht verzeichnete BYD jedoch den achten Rückgang in Folge.

Das Auslandsgeschäft entwickelt sich indes zum wichtigsten Standbein. Die Exporte erreichten zuletzt einen Rekordwert von rund 135.000 Fahrzeugen. Analysten von JPMorgan gehen davon aus, dass Verkäufe außerhalb Chinas im laufenden Jahr etwa 60 Prozent der Fahrzeugumsätze ausmachen werden.

Analysten sehen Spielraum bei den Margen

Trotz der aktuellen Gegenwinde bewertet JPMorgan die Aktie mit „Overweight“ und einem Kursziel von 120 Hongkong-Dollar. Die Investmentbank verweist auf überraschend optimistische Prognosen des Managements. BYD rechnet auf dem Heimatmarkt in diesem Jahr mit bis zu vier Millionen verkauften Einheiten, was einem moderaten Wachstum entspräche.

Profitabilitätstreiber sollen dabei neue, teurere Modelle mit Schnellladetechnologie werden. Bis zum vierten Quartal 2026 dürfte der Anteil von Fahrzeugen im Preissegment über 200.000 Yuan auf mehr als 30 Prozent steigen.

Auf dem Weg zum Jahresziel muss das Unternehmen nun das Tempo drastisch erhöhen. Die Gesamtprognose von bis zu 5,5 Millionen Fahrzeugen erfordert in den verbleibenden Monaten rund vier Millionen Auslieferungen. Charttechnisch rückt bei weiteren Kursverlusten die Unterstützungslinie bei 96,83 Hongkong-Dollar in den Fokus.

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