BYD Aktie: Nettogewinn um 20,54 Prozent eingebrochen
BYD verfehlt im Halbjahr die Gewinnerwartungen, steigert jedoch die Exporte deutlich und hebt seine internationalen Absatzpläne für 2026 an.

- Halbjahresgewinn sinkt um 20,54 Prozent
- Auslandsverkäufe wachsen um 67,8 Prozent
- Exportziele für 2026 angehoben
- Batterieengpass verzögert Fahrzeugauslieferungen
BYD hat seinen Aktienkurs seit der Vorlage der Halbjahresbilanz Ende August im Sinkflug gesehen. Am gestrigen Dienstag schloss das Papier bei 9,20 Euro, ein Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Auslöser war ursprünglich der Zahlenbericht vom 28. August, dessen Nachwirkungen den Kurs weiterhin belasten.
Nettogewinn bricht ein, Auslandsgeschäft wächst kräftig
Im ersten Halbjahr 2026 sank der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn laut Unternehmensangaben um 20,54 Prozent auf 12,33 Milliarden Yuan, bei einem Umsatzrückgang von 7,13 Prozent auf 344,82 Milliarden Yuan. Immerhin zeigte sich im zweiten Quartal eine Erholung: Der Quartalsgewinn kletterte um 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Yuan – das erste Wachstum nach fünf schwachen Quartalen in Folge.
Laut Bloomberg blieb dieser Wert jedoch deutlich hinter den Erwartungen von Analysten der Häuser Morgan Stanley, UBS, Citigroup, Deutsche Bank und CMBI zurück, die gemeinsam von einem Gewinnplus von rund 48 Prozent ausgegangen waren.
Der Gewinnrückgang ging vor allem auf die schwächelnde Nachfrage nach Neuenergiefahrzeugen im Heimatmarkt sowie auf Wechselkursverluste zurück. Die Gesamtverkäufe von Neuenergiefahrzeugen fielen im ersten Halbjahr um 15,72 Prozent auf 1.808.511 Einheiten, wobei sich die Lage im zweiten Quartal mit einem Minus von nur noch 3,24 Prozent bereits deutlich stabilisierte.
Auslandsgeschäft als Wachstumsmotor
Während das Heimatgeschäft schwächelt, entwickelt sich das Auslandsgeschäft zum zentralen Wachstumstreiber. Die Auslandsverkäufe stiegen im ersten Halbjahr um 67,8 Prozent auf 792.000 Fahrzeuge und machten damit bereits 44 Prozent der Gesamtverkäufe aus.
Im August erreichte BYD nach Unternehmensangaben mit 189.466 verkauften Fahrzeugen im Ausland einen neuen Rekordwert, ein Plus von 85,72 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Von Januar bis August summierten sich die Auslandsverkäufe auf 1.162.260 Einheiten.
Diese Verschiebung schlägt sich auch in der Ertragsstruktur nieder: Die Auslandsbruttomarge lag bei 22 Prozent, fast zwei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert, und zog die Gesamtbruttomarge des Konzerns auf 18,85 Prozent nach oben. Der Auslandsumsatz machte im ersten Halbjahr bereits 52,57 Prozent des Konzernumsatzes aus, nach rund 40 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Am 8. September bekräftigte das Management gegenüber Analysten von Deutsche Bank und Citigroup diese Strategie mit einer Anhebung der Auslandsabsatzziele: Für 2026 peilt BYD nun 1,9 bis 2,0 Millionen Einheiten an, gegenüber ursprünglich 1,5 Millionen im März.
Für 2027 nannte das Unternehmen erstmals ein Ziel von mehr als 2,5 Millionen Fahrzeugen. Als Begründung verwies das Management auf die anhaltende Exportdynamik, die die Schwäche im Heimatmarkt kompensiere.
Kapazitätsausbau und Engpässe
Der internationale Ausbau schreitet parallel voran. Das Werk in Ungarn soll zwischen November und Dezember den Betrieb aufnehmen, die Fabrik in Indonesien läuft bereits, und die Anlage in Brasilien steuert auf eine Jahreskapazität von 300.000 Einheiten zu.
Allerdings bremst ein Lieferengpass bei der Blade-2-Batterie den Absatz der Flash-Charge-Modelle: Der Auftragsbestand von rund 250.000 Fahrzeugen kann laut Unternehmensangaben erst ab Anfang 2027 vollständig abgearbeitet werden.
Investitionen in Forschung und Entwicklung blieben mit 28,9 Milliarden Yuan im ersten Halbjahr hoch – das entspricht dem 2,3-Fachen des Nettogewinns. Der operative Cashflow stieg um 17,3 Prozent auf 37,34 Milliarden Yuan, die Kassenreserven lagen bei 167,4 Milliarden Yuan. Eine Zwischendividende zahlt BYD nach Angaben des Unternehmens dennoch nicht aus.
Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Das kräftige Auslandswachstum und die angehobenen Exportziele liefern Argumente für die langfristige Perspektive, während der verfehlte Gewinnkonsens und die anhaltende Schwäche im Heimatmarkt kurzfristig für Verunsicherung sorgen.
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