BYD Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 8,40 Euro
Die EU-Kommission plant, Zollschlupflöcher für BYD-Hybride zu schließen. Der Aktienkurs fällt auf ein neues Jahrestief, während das China-Geschäft boomt.

- EU will Zollvorteil für Hybride streichen
- Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
- Produktion in Ungarn startet 2026
- Starke Nachfrage in China hält an
Starke Nachfrage in China, neue Tiefschläge in Europa. Bei BYD klaffen operatives Geschäft und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Die EU-Kommission knöpft sich nun das wichtigste Einfallstor der Chinesen vor.
Bislang nutzte der Autobauer Plug-in-Hybride als strategische Waffe. Für diese Fahrzeuge fiel beim Import nur der Standardzoll von zehn Prozent an. Reine Elektroautos kosten BYD hingegen satte 27 Prozent Abgaben. Ein fertiger Vorschlag der EU-Kommission will dieses Schlupfloch nun schließen.
Die Folge: ein herber Rückschlag für die Expansionspläne. BYD stieg in Deutschland zuletzt zur meistverkauften Hybrid-Marke auf. Investoren reagieren nervös auf die drohende Steuerlast. Der Kurs rutschte am Dienstag auf ein neues 52-Wochen-Tief von 8,40 Euro.
Flucht nach vorn in Europa
Um die Zölle langfristig zu umgehen, forciert das Management den lokalen Aufbau. Im ungarischen Szeged läuft aktuell die Installation der Produktionsanlagen. Bereits im vierten Quartal 2026 sollen hier die ersten Autos vom Band rollen. Dafür stoppt BYD sogar ein geplantes Milliardenprojekt in der Türkei.
Auf dem Heimatmarkt brummt das Geschäft derweil ungestört. Das Luxus-SUV „Great Tang“ sammelte kürzlich 150.000 Vorbestellungen ein. Bald kommt das Modell auch nach Europa. Parallel plant der Konzern eine millionenschwere Investition in Brasilien für den Bau von Batteriespeichern.
Charttechnik signalisiert Extreme
An der Börse dominiert aktuell der Pessimismus. Seit Jahresanfang verlor das Papier fast 23 Prozent an Wert. Der RSI-Indikator steht bei extremen 20,9 Punkten. Das signalisiert einen massiv überverkauften Zustand.
Eine schnelle Erholung bleibt technisch schwierig. Die Aktie notiert bei 8,47 Euro und damit weit unter der 50-Tage-Linie. Die anstehende Abstimmung der EU-Staaten über die neuen Zölle deckelt vorerst jede Kursfantasie.
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