BYD Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 9,25 Euro
Das US-Verteidigungsministerium setzt BYD auf die Sanktionsliste. Der Aktienkurs fällt auf ein Jahrestief, während der Konzern seine Europapläne anpasst.

- Aufnahme in Pentagon-Sanktionsliste
- Neues 52-Wochen-Tief der Aktie
- Ungarn statt Türkei für Werk
- Gewinneinbruch durch Preiskampf
Das US-Verteidigungsministerium setzt BYD auf seine schwarze Liste. Ab Sommer 2026 sind direkte Verträge mit dem Pentagon verboten. Die Börse reagiert nervös auf diese Eskalation. Die Aktie markierte am Donnerstag bei 9,25 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.
Am Freitag erholte sich der Kurs leicht auf 9,57 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von knapp 13 Prozent auf der Anzeigetafel.
US-Sanktionen und die Folgen
Das Pentagon führt BYD nun offiziell als chinesisches Militärunternehmen. Die Liste umfasst mittlerweile 188 Konzerne. Die US-Regierung wirft dem Autobauer Verbindungen zum chinesischen militärisch-industriellen Komplex vor.
Die Folge: Ab Ende Juni 2026 darf das Verteidigungsministerium keine direkten Verträge mehr mit BYD schließen. Ein Jahr später greift das Verbot auch für indirekte Beschaffungen über Dritte.
Strategiewechsel in Europa
Parallel dazu baut das Management seine europäische Produktion um. BYD streicht die Pläne für ein milliardenschweres Werk in der Türkei ersatzlos. Stattdessen rückt der ungarische Standort Szeged in den Fokus, wo der Konzern rund vier Milliarden Euro investiert.
Die Produktion startet im vierten Quartal 2026 mit einer Anfangskapazität von 300.000 Fahrzeugen. Indes sucht BYD nach weiteren leerstehenden Fabriken in Europa.
Preiskampf drückt auf die Marge
In der chinesischen Heimat kämpft der Konzern mit einem harten Preiskampf. Die Aufsichtsbehörden warnen bereits vor irrationalen Rabattschlachten auf dem Markt für Elektroautos. Das hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz.
Der Nettogewinn halbierte sich im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Nachfrage kühlt ab. Die Pkw-Verkäufe in China brachen im Mai um 22 Prozent ein.
Angriff auf die Weltspitze
Trotz der Rückschläge hält Vorstandschef Wang Chuanfu an seinen ehrgeizigen Zielen fest. BYD will Toyota in den kommenden Jahren als weltgrößten Autobauer ablösen. Dafür setzt das Unternehmen auf neue Technologien. Ein neues Ladesystem soll Batterien in neun Minuten fast vollständig füllen. Ein weiteres Modell verspricht mehr als zweitausend Kilometer Reichweite.
Charttechnisch nähert sich die Aktie mit einem RSI von 35,5 dem überverkauften Bereich. Hält die Unterstützung am jüngsten Tief, rückt die 10-Euro-Marke wieder in greifbare Nähe.
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