BYD Aktie: Neues Modell, alte Probleme

BYD bringt neues Elektro-SUV günstig auf den Markt, kämpft aber mit einbrechenden Inlandsverkäufen und schwerwiegenden Sicherheitsbedenken beim eigenen Fahrassistenzsystem.

Die Kernpunkte:
  • Song Ultra EV startet mit überraschend niedrigem Preis
  • Schwere Mängel beim Fahrassistenzsystem God's Eye
  • Inlandsverkäufe brechen um 41 Prozent ein
  • Export übersteigt erstmals Absatz im Heimatmarkt

Der chinesische Elektroautobauer BYD drückt auf dem Heimatmarkt aufs Gaspedal und bringt sein neues Modell Song Ultra EV günstiger als erwartet auf den Markt. Hinter der aggressiven Preispolitik verbirgt sich ein handfestes Problem: Die Inlandsverkäufe schwächeln deutlich. Gleichzeitig werfen ernsthafte Sicherheitsbedenken beim hauseigenen Fahrassistenzsystem einen Schatten auf die technologischen Ambitionen des Konzerns.

Aggressive Preispolitik beim Song Ultra

Am heutigen Donnerstag startete der offizielle Verkauf des rein elektrischen Mittelklasse-SUVs. Mit einem Einstiegspreis von 151.900 Yuan (etwa 21.980 US-Dollar) unterbietet BYD den erst Anfang des Monats aufgerufenen Vorverkaufspreis. Der Rabatt signalisiert eine harte Wettbewerbspositionierung in einem umkämpften Umfeld.

Technisch setzt das Unternehmen auf seine Blade-Batterie der zweiten Generation. Diese ermöglicht laut offiziellen Angaben extreme Ladezeiten: In nur fünf Minuten soll der Akku von 10 auf 70 Prozent laden. Während der 20-tägigen Vorverkaufsphase sammelte das Modell, das mit Reichweiten von bis zu 710 Kilometern angeboten wird, bereits über 21.000 Bestellungen ein.

Kritik am Assistenzsystem wächst

Die Markteinführung fällt allerdings in eine heikle Phase. Ein aktueller Bloomberg-Bericht beleuchtet schwerwiegende Fehlfunktionen beim Fahrassistenzsystem „God’s Eye“, das standardmäßig in über 2,5 Millionen BYD-Fahrzeugen verbaut ist. Kunden klagen über plötzliche Beschleunigungen weit über das Tempolimit hinaus, gefährliche Lenkmanöver in den Gegenverkehr und ausfallende Bildschirme.

Brisant ist dieses Timing, da auch einige Varianten des neuen Song Ultra EV mit einer Version dieses Systems ausgestattet werden. Die Berichte wecken bei Marktbeobachtern Zweifel daran, ob die Software-Entwicklung des Konzerns mit der schnellen Hardware-Auslieferung Schritt halten kann.

Flucht in den Export

Die Kombination aus Preissenkungen und Software-Kritik trifft BYD in einer ohnehin angespannten Marktlage. Im Februar 2026 brachen die Verkaufszahlen des Unternehmens um 41 Prozent im Jahresvergleich ein. Ein Hauptgrund für diesen Rückgang ist die Halbierung der Steuerbefreiung für Elektroautos in China zu Jahresbeginn.

Als Reaktion auf den schrumpfenden Heimatmarkt und die harte lokale Konkurrenz forciert das Management den Export. Im Februar überstiegen die Ausfuhren erstmals die Inlandsverkäufe. Bis Ende 2026 plant BYD zudem, seine Schnellladestationen auf internationale Märkte auszuweiten.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 hat BYD das feste Ziel ausgegeben, 1,3 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas zu verkaufen. Um parallel den anvisierten Absatz von monatlich 20.000 Einheiten beim neuen Song Ultra auf dem Heimatmarkt zu erreichen, muss das Unternehmen die Software-Mängel beim Assistenzsystem zügig beheben. Nur so lassen sich Reputationsschäden beim weiteren globalen Rollout der Technologie vermeiden.

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