BYD Aktie: Plant zweites Europa-Werk in Spanien oder Frankreich
BYD lässt in China 183.211 Fahrzeuge nachbessern und prüft weitere Werke in Europa, während das Auslandsgeschäft stark wachsen soll.

- 183.211 BYD-Fahrzeuge müssen zurück
- Kostenloser Austausch defekter Bremsteile
- Zweites Europawerk bis Jahresende geplant
- Auslandsabsatz soll bis 2,0 Millionen steigen
Am Freitag ordnete Chinas Marktregulierungsbehörde den sofortigen Rückruf von 183.211 Fahrzeugen der Modellreihen Qin und Tang an. Betroffen sind Modelle aus einem achtjährigen Produktionszeitraum bis 2022. Grund für die behördliche Anweisung sind Anschlagpuffer am Bremspedal, die reißen oder sich ablösen können. BYD kündigte an, dass autorisierte Vertragshändler die betroffene Komponente für Kunden kostenlos austauschen werden.
Ausbau der Fertigung in Europa
Parallel zu den Nachbesserungen im Heimatmarkt forciert der Konzern seine internationale Präsenz. Laut dem Europa-Berater Alfredo Altavilla prüft BYD derzeit Standorte in Spanien und Frankreich für ein zweites europäisches Automobilwerk.
Italien gilt dabei als Ausweichoption. Das Unternehmen beabsichtigt, die künftige Produktionsstätte vollständig zu erwerben, anstatt auf geteilte Fertigungsmodelle zu setzen. Eine Standortentscheidung soll bis zum Jahresende fallen.
Langfristig dimensioniert der chinesische Hersteller seine europäische Infrastruktur deutlich größer. Nach Angaben von Altavilla benötigt das Unternehmen letztlich drei Montagewerke sowie eine Batteriefabrik auf dem Kontinent. Dieser Schritt soll das angestrebte Wachstum stützen und künftige Vorgaben der Europäischen Union zum lokalen Wertschöpfungsanteil erfüllen.
Während das erste Werk in Ungarn mit der Produktion beginnt, kündigte Exekutiv-Vizepräsidentin Stella Li an, im Jahr 2027 den ersten schweren Lastkraftwagen in Europa einzuführen. Ziel sei es, auf lange Sicht alle in Europa verkauften Fahrzeuge vor Ort herzustellen.
Hohe Ziele für das Überseegeschäft
Diese Expansionsschritte begleiten ehrgeizige Absatzpläne. Laut der Deutschen Bank stellte das Management für das laufende Jahr Auslieferungen im Überseegeschäft von 1,9 Millionen bis 2,0 Millionen Fahrzeugen in Aussicht. Gegenüber dem Vorjahr entspräche dies nahezu einer Verdopplung. Nach Angaben von Brokerhäusern rechnet die Unternehmensführung für das Folgejahr bereits mit mehr als 2,5 Millionen Einheiten im Ausland.
An den Finanzmärkten reagierten die Anleger zuletzt zurückhaltend auf die Gemengelage aus Rückruf und Wachstumsplänen. Am Freitag beendete die Aktie den Handel mit einem Abschlag von 0,8 Prozent bei 9,00 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Rückgang um 16 Prozent.
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