BYD Aktie: Prognose auf 5,5 Millionen Autos erhöht

BYD korrigiert Absatzprognose für 2026 nach oben und startet Produktoffensive in Australien, Europa und China.

Die Kernpunkte:
  • Absatzprognose auf 5,5 Millionen erhöht
  • Neuer Shark 6 in Australien vorgestellt
  • Europamodell Dolphin G DM-i präsentiert
  • Gewinnrückgang trotz steigender Verkaufszahlen

BYD hat seine Absatzprognose für 2026 nach oben korrigiert. Der chinesische Elektroautobauer rechnet nun mit 5,0 bis 5,5 Millionen verkauften New Energy Vehicles im Gesamtjahr. Das Exportziel bleibt unverändert bei 1,5 Millionen Einheiten.

Die Anhebung erfolgt parallel zu einer aggressiven Produktoffensive auf mehreren Kontinenten. In Australien, Europa und China bringt BYD derzeit neue Modelle auf den Markt — und passt gleichzeitig die Preise für Assistenzsysteme an.

Shark 6 Performance startet in Australien

Ende Mai stellte BYD in Australien die Performance-Variante des Shark 6 vor. Der Plug-in-Hybrid-Pickup wird zum neuen Flaggschiff der Baureihe. Der überarbeitete Antriebsstrang leistet 350 kW und liefert 700 Nm Drehmoment. Die Anhängelast liegt bei 3,5 Tonnen.

Der Preis: 62.900 australische Dollar zuzüglich Zulassungskosten. Zur Ausstattung gehören ein neues Interieur und ein Off-Road-Modus namens „Crawl“. Diese Features sollen später im Jahr per Over-the-Air-Update auch für die übrigen Shark-Modelle verfügbar werden.

Europapremiere mit maßgeschneidertem Modell

Am 26. Mai präsentierte BYD den Dolphin G DM-i — das erste Fahrzeug, das der Konzern gezielt für europäische Kunden entwickelt hat. Die kombinierte Reichweite liegt bei über 1.000 Kilometern. Stella Li, Executive Vice President, kündigte die globale Premiere für Juni in Berlin an.

Die Zahlen sprechen für sich. Im ersten Quartal 2026 wurden in der EU 50.646 BYD-Fahrzeuge zugelassen — ein Plus von 169,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil kletterte auf 1,8 Prozent. Inklusive Großbritannien und EFTA-Staaten erreichte BYD 73.847 Zulassungen und einen Marktanteil von 2,1 Prozent.

In Spanien führt der Atto 2 DM-i bereits das Segment der Plug-in-Hybride an.

Heimatmarkt: Zwei Modelle in drei Tagen

Auf dem chinesischen Markt startete am 26. Mai der Sealion 06 DM-i. Das Fahrzeug ist mit einem LiDAR-Sensor ausgestattet und unterstützt das „God’s Eye“-Assistenzsystem. Mit vollem Tank und geladener Batterie soll die Reichweite 1.800 Kilometer überschreiten.

Zwei Tage später folgt der Song Ultra DM-i. Er nutzt die fünfte Generation der DM-Hybridtechnologie und bietet Batterieoptionen von 26,6 kWh oder 38 kWh. Die elektrischen Reichweiten liegen bei 205 beziehungsweise 310 Kilometern.

Parallel dazu verteuert BYD seine Fahrerassistenzsysteme. Ab 1. Mai kostet das optionale God’s Eye B System 12.000 Yuan statt bisher 9.900 Yuan. BYD begründet den Schritt mit gestiegenen Kosten für globale Speicherhardware.

Gewinnrückgang trotz solider Erlöse

Die angehobene Prognose steht im Kontrast zu den Quartalszahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte BYD einen Umsatz von 150,23 Milliarden Yuan — umgerechnet rund 22 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, liegt aber über den Markterwartungen von etwa 140 Milliarden Yuan.

Der Nettogewinn brach um 55 Prozent auf 4,08 Milliarden Yuan ein. Analysten werten dies als Übergangsphase. BYD investiert massiv in Produktionskapazitäten und Auslandsinfrastruktur — Kosten, die kurzfristig auf die Marge drücken, langfristig aber die globale Expansion stützen sollen.

Die Rechnung geht auf, wenn BYD die 1,5 Millionen Exporteinheiten tatsächlich erreicht. Europa und Australien liefern erste Belege, dass die Strategie aufgeht.

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