BYD Aktie: Qin-Verkäufe im Juli um 75,67 Prozent eingebrochen
BYD bringt den Qin Max mit Schnellladetechnik auf den Markt, um die schwächelnde Baureihe zu beleben. Das Modell startet unterhalb der Premiumklasse.

- Qin Max Launch heute in China
- Schnellladen in neun Minuten
- Absatz der Qin-Reihe stark gesunken
- Preis ab 16.900 US-Dollar
BYD bringt heute die neue Mittelklasse-Limousine Qin Max auf den chinesischen Markt. Der Launch ist für 19:30 Uhr Ortszeit angesetzt und soll der schwächelnden Qin-Baureihe neuen Schwung geben. Die Serie kämpft seit Monaten mit deutlichen Absatzrückgängen: Im Juli verkaufte BYD nur noch 13.117 Einheiten der Qin-Modelle, ein Minus von 75,67 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
In den ersten sieben Monaten des Jahres summierten sich die Verkäufe auf 162.291 Fahrzeuge – ein Rückgang von gut der Hälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nachdem 2025 insgesamt noch 661.090 Einheiten der Baureihe abgesetzt worden waren.
Technik als Verkaufsargument
Der Qin Max soll mit Ladetechnik punkten statt allein mit dem Preis. Das Modell nutzt die zweite Generation der Blade Battery und lädt laut Unternehmensangaben in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent, bei Spitzenwerten von bis zu 1.500 Kilowatt. Die Elektroversion leistet wahlweise 240 Kilowatt (322 PS) oder 120 Kilowatt, die Plug-in-Hybrid-Variante kombiniert einen 1,5-Liter-Verbrenner mit einem 175-Kilowatt-Elektromotor.
Preislich soll der Wagen unterhalb der Premiumklasse bleiben: Berichten zufolge startet die Hybridversion bei umgerechnet rund 16.900 US-Dollar, die vollelektrische Ausführung bei etwa 18.400 US-Dollar, was einem chinesischen Listenpreis von etwa 110.000 Yuan entspricht. Damit positioniert sich der Qin Max oberhalb des bisherigen Qin L, aber weiterhin im preissensiblen Massensegment, in dem BYD traditionell seine Stückzahlen generiert.
Der Zeitpunkt des Launches fällt in eine Phase, in der Chinas Elektromobilitätsmarkt insgesamt boomt: Der Anteil der Neuenergiefahrzeuge an den gesamten Neuwagenverkäufen kletterte im Juli laut staatlichen Angaben erstmals über 60 Prozent, die Verkäufe legten um knapp 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.
Für BYD als größten heimischen NEV-Hersteller ist das ein günstiges Marktumfeld – doch die eigene Qin-Reihe konnte davon zuletzt nicht profitieren, was den Erfolgsdruck auf den neuen Ableger erhöht.
Wettbewerb verschärft sich auf allen Ebenen
Der Qin Max ist nicht das einzige neue Modell dieser Tage: Parallel brachte BYD den Seal 06 2027 an den Start, ebenfalls mit Flash-Charging-Technologie, Lidar-gestütztem Fahrassistenzsystem und Einstiegspreisen ab umgerechnet rund 14.700 US-Dollar. Der intensive Modellzyklus zeigt, wie stark BYD auf technologische Differenzierung setzt, während der Preiskampf im chinesischen Markt anhält.
International bleibt die Lage gemischter. In Südkorea wuchsen BYD-Verkäufe im ersten Halbjahr zwar um mehr als das Achtfache auf 11.675 Einheiten, doch bleibt der Marktanteil gegenüber Tesla, Hyundai und Kia klein.
Zudem schließt Südkorea Elektrofahrzeuge ab 2027 von einer geplanten Steuergutschrift für heimische Produktion aus – eine Regelung, die ausländische Hersteller wie BYD zusätzlich betreffen könnte. Auf europäischer Ebene belasten weiterhin Anti-Subventionszölle den Marktzugang, während Brancheninsider den Höhepunkt der chinesischen Autoexporte erst zwischen 2028 und 2030 erwarten.
Was die Anleger bewegt
Für die BYD-Aktie bleibt die Gemengelage aus Modelloffensive und schwierigem außenwirtschaftlichem Umfeld entscheidend. Der Titel notierte am Mittwoch bei 9,84 Euro und damit rund 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro aus dem vergangenen August.
Die Erholung der vergangenen 30 Handelstage von 2,5 Prozent zeigt, dass Anleger auf neue Impulse wie den Qin-Max-Launch reagieren – ob der frische Modellstart jedoch reicht, um die anhaltende Schwäche der Kernbaureihe auszugleichen, dürfte sich erst in den kommenden Absatzzahlen zeigen.
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