BYD Aktie: Racco mit 1.002 Bestellungen in zwei Wochen
BYD zeigt globale Produktoffensive mit neuen Modellen und Technologien, während Analysten trotz Kursschwäche optimistisch bleiben.

- Neue Modelle für globale Märkte
- LiDAR-Assistenz im Seal 06
- Starke Nachfrage nach Kei-Car
- Feststoffbatterie-Erprobung ab 2027
BYD hat am heutigen Dienstag gleich mehrere Neuvorstellungen auf einen Schlag präsentiert: ein sechssitziges Plug-in-Hybrid-SUV der Marke Fang Cheng Bao, eine überarbeitete Version des Seal 06 mit Fahrassistenz auf LiDAR-Basis sowie eine neue Einstiegsvariante des Sealion 7 für den malaysischen Markt. Der chinesische Autobauer demonstriert damit sein Tempo bei der Modellpflege, während die Aktie an der Börse unter Druck bleibt.
Sechssitzer-SUV und neues Fahrassistenzsystem
Der Fang Cheng Bao Ti 9 ist mit 5,27 Metern Länge ein ausgewachsenes SUV für sechs Insassen und wird von zwei Elektromotoren mit jeweils 200 Kilowatt Leistung angetrieben. Parallel dazu brachte BYD den Seal 06 des Modelljahrs 2027 auf den Markt, der erstmals über ein LiDAR-gestütztes Fahrassistenzsystem verfügt.
In Malaysia ergänzte das Unternehmen zudem die Sealion-7-Baureihe um eine günstigere Einstiegsvariante namens Dynamic, mit der BYD den preissensiblen Teil des südostasiatischen Marktes ansprechen will.
Expansion von Japan bis zu den Philippinen
Die Modelloffensive reicht über mehrere Kontinente. In Japan meldete BYD für den batterieelektrischen Kei-Car Racco, der Ende Juli auf den Markt kam, bereits 1.002 Bestellungen innerhalb der ersten zwei Wochen – zehn Prozent des bis Jahresende 2026 angepeilten Ziels von 10.000 Einheiten.
In Neuseeland startete am Montag der Atto 3 Evo mit der neuen 800-Volt-Plattform e-Platform 3.0, die Schnellladeleistungen von bis zu 220 Kilowatt ermöglicht. Auf den Philippinen führte BYD Cars Philippines am vergangenen Wochenende den Crossover Atto 2 und die Limousine Seal 5 DM-i ein, flankiert von Einführungspreisen und einer Finanzierung über die Bank BPI, die noch bis zum 31. August gilt.
Technologie-Pipeline: Seal 07 und Feststoffbatterie
Auch regulatorisch tut sich einiges: Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie veröffentlichte am Freitag Zulassungsunterlagen für einen überarbeiteten Seal 07, der mit 5.080 Millimetern Länge deutlich wächst und in der Elektroversion künftig eine Spitzenleistung von 300 Kilowatt erreichen soll.
Zudem kündigte BYD an, ab 2027 kleinere Testreihen und Straßenerprobungen für Feststoffbatterien zu starten, mit dem Ziel, Reichweiten von mehr als 1.000 Kilometern zu erreichen. Am 13. August startet zudem offiziell der Verkauf der Plug-in-Hybrid-Limousine Qin Max in China, die über eine Schnellladefunktion namens „Flash Charging“ verfügt.
Analysten bleiben trotz Kursschwäche optimistisch
Trotz der Kursschwäche der vergangenen Wochen zeigen sich zwei Analysehäuser zuversichtlich. DBS Bank in Hongkong bestätigte am 6. August ihre Kaufempfehlung für BYD mit einem Kursziel von 150 Hongkong-Dollar und bezeichnete das Papier als bevorzugten Wert im Sektor.
Bank of America Securities beließ ihre Einschätzung am 5. August ebenfalls bei „Buy“ und hob das Kursziel von 119 auf 123 Hongkong-Dollar an – obwohl die Bank ihre Absatzprognosen wegen Schwäche im Heimatmarkt um fünf bis zehn Prozent senkte.
An der Börse zeigt sich diese Zurückhaltung gegenüber dem chinesischen Kernmarkt: Die Aktie fällt am heutigen Dienstag um 2,35 Prozent und setzt damit ihren Abwärtstrend seit Jahresbeginn fort, in dem sie bereits 7,06 Prozent verloren hat.
Anleger wägen damit zwei gegenläufige Signale gegeneinander ab – eine beeindruckende Produktkadenz auf globaler Ebene einerseits, spürbaren Gegenwind im chinesischen Heimatmarkt andererseits.
Die jüngsten Absatzzahlen für Juli, die BYD am vergangenen Sonntag vorgelegt hatte, sowie die vor gut einer Woche bestätigte Ausweitung ins Robotik-Geschäft mit dem humanoiden Serviceroboter „Xiao Di“ ändern daran bislang wenig: Seit diesen Meldungen hat die Aktie weiter nachgegeben.
Die aktuelle Modelloffensive von Japan bis Malaysia dürfte vor allem zeigen, dass BYD seine internationale Expansion trotz der heimischen Marktschwäche unvermindert vorantreibt – ob das die Kursentwicklung stabilisiert, muss sich erst noch erweisen.
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