BYD Aktie: Racco übertrifft Ziel mit 1.000 Bestellungen

BYD treibt Japangeschäft mit neuen Filialen voran, während der Heimatmarkt schwächelt. Der Juli brachte einen Rekord bei Überseeverkäufen, die Aktie bleibt jedoch unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Ausbau auf 120 Standorte geplant
  • Racco übertrifft Bestellziele in Japan
  • Rekord bei Auslandsverkäufen im Juli
  • Heimmarkt weiterhin mit Absatzrückgang

BYD setzt seine Expansion in Japan fort und stärkt damit sein Auslandsgeschäft, während der Konzern auf dem heimischen Markt weiter mit rückläufigen Verkaufszahlen kämpft. Der chinesische Autobauer will sein Filialnetz in Japan bis Ende 2026 von derzeit rund 80 auf 100 Standorte ausbauen, bis Ende 2027 sollen es 120 werden.

Rückenwind erhält die Strategie durch den Kei-Car Racco, ein Elektro-Kleinstwagenmodell, das Anfang August in Tokio startete. Bereits binnen zwei Wochen verzeichnete das Fahrzeug mehr als 1.000 Bestellungen und übertraf damit das eigene Ziel.

Für BYD ist der japanische Markt ein anspruchsvolles Pflaster, in dem Kei-Cars traditionell von heimischen Herstellern dominiert werden. Der schnelle Erfolg des Racco gilt daher als Signal für wachsendes Selbstvertrauen des Konzerns auf internationaler Bühne.

Exportboom kaschiert schwache Heimatbilanz

Die Auslandsexpansion zahlt sich auch in den Zahlen aus. Im Juli verkaufte BYD weltweit 419.211 Neuenergiefahrzeuge, ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und damit der dritte Monat in Folge mit Jahreswachstum. Besonders die Überseeverkäufe von Pkw und Pickups erreichten mit 179.841 Einheiten einen Rekordwert, mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auf dem heimischen chinesischen Markt bleibt die Lage dagegen angespannt. Von Januar bis Juli summierten sich die Verkäufe an Neuenergiefahrzeugen auf 2.227.722 Einheiten, ein Rückgang von 10,54 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Immerhin hat sich der Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr, als noch ein Minus von 15,72 Prozent zu Buche stand, spürbar abgeschwächt. Um das selbst gesteckte Jahresziel von 5 bis 5,5 Millionen verkauften Fahrzeugen noch am unteren Ende zu erreichen, müsste BYD in den verbleibenden Monaten des Jahres im Schnitt rund 530.000 Fahrzeuge monatlich absetzen.

Robotik als neues Zukunftsfeld

Parallel zum Kerngeschäft treibt BYD die Diversifikation voran. Der Konzern bestätigte Ende Juli, im August einen humanoiden Roboter vorzustellen. Details zu Einsatzbereichen oder Zeitplan für eine Vermarktung nannte das Unternehmen bislang nicht, doch der Schritt unterstreicht den Anspruch, sich über das Kerngeschäft mit Elektrofahrzeugen hinaus als Technologiekonzern zu positionieren.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse spiegelt sich die gemischte Nachrichtenlage in einer trägen Kursentwicklung wider. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 9,79 Euro, nach einem Rückgang von 2,5 Prozent auf Wochensicht.

Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 8,6 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 21 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,23 Euro, erreicht im vergangenen August, trennen das Papier mittlerweile 26 Prozent.

Die Diskrepanz zwischen operativer Auslandsdynamik und Kursverlauf zeigt, dass Anleger die schwächere Heimatnachfrage und das gefährdete Jahresziel stärker gewichten als die Exporterfolge in Japan und anderen Überseemärkten. Ob der geplante Ausbau des Filialnetzes und neue Produktfelder wie die Robotik diese Skepsis mittelfristig auflösen können, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.

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