BYD Aktie: Reicht das Modell-Feuerwerk?

Für das Jahresziel müsste BYD im vierten Quartal monatlich 622.800 Fahrzeuge absetzen; Analysten senkten ihre Kursziele.

Die Kernpunkte:
  • Verwaltungsrat berät ungeprüfte Neunmonatszahlen
  • Jahresziel verlangt höhere Quartalsverkäufe
  • Zwei Analysehäuser kürzten ihre Kursziele
  • Flash-Charging-Stationen verzeichneten 1,22 Millionen Ladevorgänge

Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD steuert auf die Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen zu und sieht sich vor dem Jahresende ambitionierten Absatzzielen gegenüber.

Wie das Unternehmen per Pflichtmitteilung an die Börse in Hongkong bekannt gab, tritt der Verwaltungsrat am 29. Oktober zusammen, um die ungeprüften Ergebnisse für das dritte Quartal sowie die ersten neun Monate des Jahres 2026 zu beraten und zu genehmigen. An den Finanzmärkten richtet sich das Augenmerk vor allem auf die Frage, wie der Konzern die Lücke zu seinen Jahresprognosen schließen will.

Hohe Hürden für das Jahresziel

Branchenbeobachter verweisen auf die anspruchsvolle Vorgabe für das Gesamtjahr. Nach Berechnungen des Analysehauses UOB Kay Hian vom 9. Oktober müsste BYD im vierten Quartal 2026 monatlich durchschnittlich 622.800 Fahrzeuge absetzen, um das Jahresziel von fünf Millionen Einheiten noch zu erreichen. Zum Vergleich: Im September beliefen sich die Auslieferungen auf 463.561 Einheiten.

Zugleich belasten internationale Rahmenbedingungen das Expansionsbestreben. Executive Vice President Stella Li bezeichnete laut der Nachrichtenagentur Reuters die Geopolitik als die größte Hürde für das weltweite Wachstum des Konzerns. Die Kombination aus intensivem Wettbewerb und externen Risiken schlägt sich auch in vorsichtigeren Einschätzungen nieder.

So bestätigte Neil Beveridge von Bernstein am 9. Oktober zwar seine Kaufempfehlung, reduzierte das Kursziel für die Aktie jedoch von 136 auf 130 HK$. Bereits am Vortag senkte CGS International das Kursziel von 114 auf 103,60 HK$, behielt das positive Votum aber ebenfalls bei.

Modellfeuerwerk gegen den Nachfragedruck

Um die Dynamik im Heimatmarkt und international hochzuhalten, setzt der Konzern auf eine dichte Abfolge von Modellpremieren. Am 12. Oktober stellte BYD auf dem Pariser Autosalon den siebensitzigen ATTO 8 vor, der über eine 115-Kilowattstunden-Batterie der zweiten Blade-Generation verfügt und im ersten Quartal 2027 in die Märkte kommen soll.

Flankiert wird dieser Vorstoß im Heimatmarkt durch den Da Han EV mit einer Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern sowie die zweite Generation des Einstiegsmodells Seagull. Technologisch treibt das Unternehmen dabei vor allem das Schnellladen voran. Während der Feiertage zur Goldenen Woche wickelten die 12.165 konzerneigenen Flash-Charging-Stationen in China Medienberichten zufolge über 1,22 Millionen Ladevorgänge ab.

An der Börse spiegeln sich die bestehenden Herausforderungen in einer anhaltenden Zurückhaltung wider: Mit einem aktuellen Kurs von 8,28 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Minus von 23 Prozent und notiert nur 3,1 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Die anstehenden Quartalszahlen dürften Klarheit darüber bringen, ob die jüngste Modelloffensive ausreicht, um den notwendigen Schub für das vierte Quartal zu liefern.

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