BYD Aktie: Rekordproduktion in Xi’an

BYD feiert den 17-millionsten Elektroauto-Meilenstein, während die Aktie unter Druck bleibt. Internationales Wachstum kompensiert schwächelnde Inlandsverkäufe.

Die Kernpunkte:
  • 17-millionstes Elektroauto produziert
  • Auslandsverkäufe steigen um 95 Prozent
  • Heimatmarkt zeigt rückläufige Tendenz
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 13 Prozent

BYD hat ein historisches Ziel erreicht: Das 17-millionste Elektroauto des Konzerns rollte am 8. Juli im Werk Xi’an vom Band. Kein anderer Autobauer weltweit hat diese Marke bisher geknackt. Die Aktie reagiert darauf allerdings kaum – ein Widerspruch, der die aktuelle Lage bei BYD gut zusammenfasst.

Das Jubiläumsfahrzeug ist ein Seal 08, BYDs neue Flaggschiff-Limousine aus der Ocean-Serie. Erst am 2. Juli gestartet, bringt das Modell die zweite Generation der Blade-Batterie mit. Dazu kommt eine Schnellladetechnik, die in fünf Minuten genug Reichweite für den Alltag liefert. Eine Vollladung dauert unter optimalen Bedingungen nur neun Minuten. Die rein elektrische Version schafft laut chinesischem CLTC-Standard bis zu 905 Kilometer Reichweite und fährt mit dem Assistenzsystem „God’s Eye“.

Auslandsgeschäft wächst rasant

Der Produktionsrekord fällt in eine Phase starken internationalen Wachstums. Im Juni verkaufte BYD im Ausland 175.349 Fahrzeuge – ein Plus von 94,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das entspricht 43,46 Prozent der gesamten NEV-Verkäufe des Monats.

Im Heimatmarkt sieht die Lage anders aus. Dort verkaufte BYD im Juni 228.123 Fahrzeuge, ein Rückgang von 22,02 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Auslandsgeschäft fängt diese Schwäche auf. Insgesamt setzte BYD im Juni weltweit 403.472 Elektrofahrzeuge ab, der zweite Monat in Folge mit Jahreswachstum – plus 5,46 Prozent.

Für das erste Halbjahr 2026 summieren sich die Verkäufe auf 1.808.511 Fahrzeuge. Die Auslandsverkäufe legten in diesem Zeitraum um 70,65 Prozent zu und erreichten 792.256 Einheiten. Im Juni führte BYD zudem Chinas NEV-Exportmarkt an, mit 170.897 exportierten Pkw und einem Marktanteil von 34,2 Prozent.

Ladeinfrastruktur als nächster Baustein

BYD baut parallel sein Ladenetz aus. Bis Ende 2026 sollen in China 20.000 Flash-Charging-Stationen stehen. Aktuell zählt der Konzern bereits über 7.000 dieser Schnellladestationen in 325 Städten.

Diese Infrastruktur soll die neuen Hochleistungsmodelle wie den Seal 08 im Alltag praktikabel machen. Das Ziel: ein geschlossenes Ökosystem aus Fahrzeug, Batterie und Ladenetz.

Aktie bleibt unter Druck

An der Börse zeigt sich ein anderes Bild als in der Verkaufsstatistik. Am Freitag schloss die BYD-Aktie bei 9,55 Euro, ein Tagesplus von 3,23 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch nur ein mageres Plus von 0,15 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar ein leichtes Minus von 0,27 Prozent.

Der Blick aufs Jahr zeigt das eigentliche Problem: Seit Jahresbeginn hat die Aktie 12,83 Prozent verloren. Gegenüber dem Stand vor zwölf Monaten beträgt das Minus sogar 27,11 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro aus dem Juli 2025 trennen die Aktie mittlerweile 35,48 Prozent.

Immerhin: Seit dem 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro am 30. Juni hat sich der Kurs um 18,90 Prozent erholt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 9,75 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 10,70 Euro – die Aktie notiert also weiterhin unter beiden Marken. Operative Rekorde und Kursverlauf laufen bei BYD derzeit in unterschiedliche Richtungen.

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