BYD Aktie: Rückruf-Ärger in China?
Chinesische E-Auto-Bestellungen sanken binnen Jahresfrist um 29 Prozent; BYD plant zugleich den Einstieg in Europas Lkw-Markt.

- E-Auto-Bestellungen in China rückläufig
- BYD-Aktie verlor binnen 30 Tagen zwölf Prozent
- Rückruf für 183.211 Fahrzeuge eingereicht
- Schwerer Europa-Lkw für 2027 angekündigt
Schwache Branchendaten aus China haben die Papiere von Elektrofahrzeugherstellern zum Ende der Handelswoche unter Druck gesetzt. Ein Einbruch der Auftragseingänge im Heimatmarkt verstärkt die bestehende Skepsis der Investoren gegenüber dem Sektor.
Am Freitag gaben die in Hongkong notierten Titel chinesischer Elektroautobauer vor dem Hintergrund steigender US-Anleiherenditen und anziehender Ölpreise nach. Zusätzliche Verunsicherung brachte eine Erhebung der US-Bank Citi: In der Woche vom 14. bis zum 20. September lagen die Bestellungen von Elektrofahrzeugen bei chinesischen Automobilherstellern im Jahresvergleich um 29 Prozent niedriger.
Im europäischen Handel schloss die BYD-Aktie am Freitag mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 8,84 Euro. Innerhalb der vergangenen 30 Tage summiert sich der Kursrückgang damit auf 12 Prozent.
Belastungen im Heimatmarkt
Neben der allgemeinen Branchenabkühlung sah sich der Konzern zuletzt auch mit operativen Herausforderungen in China konfrontiert. Am 18. September reichten BYD Auto Industry Co. und BYD Auto Co. bei der zuständigen Aufsichtsbehörde SAMR einen Rückruf für 183.211 Fahrzeuge auf dem Heimatmarkt ein.
Die Maßnahme betrifft Modelle der Tang-Serie sowie Qin-Fahrzeuge. Bei den betroffenen Einheiten besteht das Risiko, dass das Material der Anschlagpuffer am Bremspedal rissig wird oder bricht. Die Unternehmen sagten zu, die Teile kostenfrei auszutauschen.
Offensive im europäischen Nutzfahrzeugsektor
Gleichzeitig forciert das Management den Ausbau des Geschäfts abseits des reinen Pkw-Markts. Mitte des Monats präsentierte BYD eine Nutzfahrzeugpalette für Europa, die Gewichtsklassen von 3,5 bis 44 Tonnen abdeckt. Das Angebot umfasst unter anderem eine zweiachsige Elektrozugmaschine mit einer Leistung von bis zu 1.000 PS und einer Reichweite von 600 Kilometern.
Laut Reuters kündigte Stella Li, Executive Vice President von BYD, an, den ersten schweren Lkw im Jahr 2027 in Europa einzuführen. Langfristig strebe der Konzern an, die Fahrzeuge vor Ort zu fertigen, um dem Grundsatz zu folgen, Produkte direkt in den jeweiligen Absatzmärkten herzustellen.
Ob diese Expansionsschritte die konjunkturellen Eintrübungen im chinesischen Kernmarkt ausgleichen können, wird das Geschehen an den Börsen in den kommenden Monaten bestimmen.
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