BYD Aktie: Rückruf für 183.211 Fahrzeuge

BYD meldete für September 463.561 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben; JPMorgan senkte Rating und Kursziel.

Die Kernpunkte:
  • BYD-Aktie verliert 2,1 Prozent
  • Septemberabsatz steigt um 16,98 Prozent
  • Neunmonatsabsatz sinkt um 3,94 Prozent
  • JPMorgan stuft BYD auf Neutral herab

Im Sog einer schwachen Börsenstimmung in Hongkong verliert die Aktie von BYD heute 2,1 Prozent auf 8,41 Euro. Der Hang-Seng-Index gab bis zum Mittag um 2,6 Prozent nach, belastet von steigenden Anleiherenditen und Sorgen um die Marktliquidität.

Dieser marktweite Ausverkauf erfasste die Automobilwerte auf breiter Front. Ohne dass unternehmenseigene Negativmeldungen vorlagen, geriet auch das Papier von BYD in den allgemeinen Abwärtssog der asiatischen Leitbörse.

Hohe Exportdynamik stützt die Verkaufszahlen

Unternehmensseitig stehen derweil die jüngsten Monatsdaten im Fokus. Gestern meldete der Autobauer für den Monat September einen Absatz von 463.561 Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Das entspricht einem Zuwachs von 16,98 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Als entscheidende Stütze erwies sich dabei die starke Nachfrage im Ausland. Laut Reuters legten die Ausfuhren von Pkw und Pickups kräftig zu und federten die verhaltene Nachfrage auf dem chinesischen Heimatmarkt ab. Dort sieht sich das Unternehmen einem verschärften Preis- und Verdrängungswettbewerb mit Konkurrenten wie Geely ausgesetzt.

Über den gesamten Neunmonatszeitraum hinterlässt der Gegenwind im Heimatmarkt dennoch Spuren. Von Januar bis September summierte sich der Absatz auf 3.131.576 Fahrzeuge, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Rückgang von 3,94 Prozent entspricht.

Analysten dämpfen die Erwartungen

Die anhaltenden Bremsspuren auf dem chinesischen Heimatmarkt und der scharfe Wettbewerb belasten die Stimmung der Marktteilnehmer. Vor diesem Hintergrund mahnen erste Branchenbeobachter zur Vorsicht und verweisen auf die zunehmenden Hürden für den Autobauer.

Am Mittwoch reagierte JPMorgan auf das veränderte Marktumfeld und stufte die Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ herab. Das Kursziel senkte die Bank von 124 auf 88 Hongkong-Dollar. Als Gründe nannte das Institut die schleppende Inlandsnachfrage, steigende Vorleistungskosten sowie handelspolitische Hürden und protektionistische Maßnahmen auf den Auslandsmärkten.

Rückrufaktion und geopolitische Kontakte

Operativ stand der Konzern zudem im Vormonat im Blickpunkt der Regulierungsbehörden. Am 18. September wurde ein Rückruf der chinesischen Marktregulierungsbehörde für 183.211 Fahrzeuge der Baureihen Qin und Tang aus den Produktionsjahren 2014 bis 2022 bekannt. Bei den betroffenen Modellen tauscht BYD ein Bauteil am Bremspedal kostenfrei aus, um das Risiko von Rissen auszuschließen.

Gleichzeitig rückte die internationale Ausrichtung des Managements in den Fokus. Medienberichten zufolge standen Führungskräfte des Unternehmens im September im Gespräch für eine Wirtschaftsdelegation, die den chinesischen Präsidenten Xi Jinping bei einem geplanten Besuch in Washington begleiten könnte. Eine Bestätigung der Einladungen lag zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht vor.

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