BYD Aktie: Song Pro in Brasilien produziert

BYD fertigt in Brasilien einen Flex-Fuel-Hybrid und steigert die Exporte im Juli um 124 Prozent. Die Aktie reagiert positiv.

Die Kernpunkte:
  • Hybrid-Produktion in Brasilien gestartet
  • Exporte steigen um 124 Prozent
  • Gesamtverkäufe im Juli bei 419.211 Einheiten
  • US-Listung bleibt trotz Gerichtsurteil bestehen

BYD hat in Brasilien die lokale Produktion eines Plug-in-Hybrid-Modells aufgenommen, das eigens für den dortigen Markt entwickelt wurde. Im Werk Camacari im Bundesstaat Bahia lief der Song Pro Super-Hibrido Flex Fuel vom Band, nach einer rund zweijährigen Investitionsphase von umgerechnet 100 Millionen brasilianischen Real. Der Wagen fährt mit Strom, Benzin oder Ethanol und sollte laut Reuters bereits am 5. August bei brasilianischen Händlern eintreffen.

Die Flex-Fuel-Technologie ist eine Besonderheit des südamerikanischen Marktes, wo Ethanol aus Zuckerrohr als Kraftstoff weit verbreitet ist. Mit dem lokal gefertigten Modell reagiert BYD auf diese Marktbedingungen und positioniert sich zugleich unabhängiger von Importzöllen, die brasilianische Behörden zuletzt auf importierte Elektrofahrzeuge erhoben hatten.

Exportgeschäft wächst deutlich schneller als der Heimatmarkt

Parallel zum Brasilien-Start meldete BYD für Juli einen Fahrzeugabsatz von rund 419.211 Einheiten, ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders auffällig: Die Exporte von Pkw und Pick-ups erreichten 179.841 Fahrzeuge, ein Zuwachs von 124,3 Prozent im Jahresvergleich. Damit entfielen bereits rund 43 Prozent der Gesamtverkäufe auf das Auslandsgeschäft.

Die Produktion lag im Juli bei 420.249 Einheiten, nach 317.892 Einheiten im Juli des Vorjahres. Über die ersten sieben Monate des Jahres summierten sich die Verkäufe laut Medienberichten auf 2.227.722 Fahrzeuge – im Vergleich zu 2.490.250 Einheiten im gleichen Zeitraum 2025 liegt der Konzern damit noch im Rückstand zum Vorjahr, auch wenn der jüngste Monatstrend nach oben zeigt.

Für Anleger ist diese Kombination aus schwächerem Gesamtjahresvergleich und kräftigem Exportwachstum aufschlussreich: Sie deutet darauf hin, dass BYD den Rückgang im heimischen chinesischen Markt zunehmend über internationale Absatzkanäle kompensiert. Die Fertigung in Brasilien fügt sich in diese Strategie ein, da sie den Konzern von reinen Exportvolumina unabhängiger macht und lokale Handelshemmnisse umgeht.

US-Verteidigungsministerium hält an Einstufung fest

Ein Wermutstropfen bleibt die politische Risikolage in den USA. Wie Reuters berichtete, blieb BYD auch nach einem Gerichtsurteil vom Freitag auf der Liste des US-Verteidigungsministeriums für Unternehmen, denen eine Unterstützung des chinesischen Militärs unterstellt wird. Ein Bundesrichter hatte zuvor die entsprechende Einstufung für WuXi AppTec gekippt, BYD blieb davon jedoch unberührt.

Kursreaktion bleibt verhalten

Der Kurs notiert aktuell bei 9,92 Euro und legt am heutigen Handelstag um 1,4 Prozent zu. Zum Freitagsschluss von 9,79 Euro bedeutet das eine leichte Erholung, die auch im Zusammenhang mit den positiven Juli-Absatzzahlen stehen dürfte.

Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Minus von 2,3 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro aus dem vergangenen Jahr fehlen der Aktie weiterhin 25 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei umgerechnet 88,64 Milliarden Euro.

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