BYD Aktie: Song Pro startet in Brasilien
BYD bringt in Brasilien den ersten lokal gefertigten Plug-in-Hybrid mit Ethanol-Antrieb auf den Markt und stärkt damit seine Position im lateinamerikanischen Markt.

- Erster lokal produzierter Hybrid
- Flex-Fuel mit Ethanol-Option
- Marktanteil in Brasilien verdoppelt
- Global auf Platz sechs vorgerückt
BYD hat am heutigen Mittwoch in Brasilien den ersten im Land selbst produzierten Plug-in-Hybrid mit Flex-Fuel-Technologie auf den Markt gebracht. Der Song Pro Super-Híbrido Flex Fuel fährt wahlweise mit Strom, Benzin oder Ethanol – eine Antriebskombination, die auf den brasilianischen Kraftstoffmarkt zugeschnitten ist, wo Ethanol an Zapfsäulen weit verbreitet ist. Der oberste BYD-Manager im Land bestätigte den Start gegenüber Reuters und ordnete ihn als Ergebnis einer zweijährigen Investition ein.
Flex-Fuel-Technologie für den brasilianischen Markt
Das neue Modell ist in zwei Ausstattungslinien erhältlich: Die Basisversion GL kommt auf eine elektrische Reichweite von 60 Kilometern, die höhere Version GS auf 120 Kilometer. BYD steckte für die Entwicklung und den Produktionsanlauf umgerechnet rund 100 Millionen Reais, nach Unternehmensangaben etwa 19,6 Millionen US-Dollar, in das Projekt. Gefertigt wird der Song Pro im Werk Camaçari im Bundesstaat Bahia, wo der Lokalisierungsgrad bereits über 50 Prozent liegt und bis Januar 2027 weiter steigen soll. Das Modell wurde am Dienstag im Bundesstaat São Paulo vorgestellt, die Einstiegsversion GL kostet dort 176.990 Reais inklusive eines Rabatts für den Direktverkauf.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der BYD in Brasilien bereits kräftig zulegt. Im Juli setzte der Konzern dort 23.465 Fahrzeuge ab, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahresmonat und ein Marktanteilssprung auf 9,1 Prozent – genug für Rang vier im brasilianischen Neuwagenmarkt. Das Werk Camaçari soll im laufenden Jahr auf eine Kapazität von 180.000 Fahrzeugen kommen. Für Anleger ist die Botschaft klar: BYD baut seine industrielle Basis in Lateinamerika systematisch aus, statt allein auf Importe aus China zu setzen.
Kurs bleibt trotz Wachstumsdynamik unter Druck
An der Börse spiegelt sich dieser operative Schwung bislang nur bedingt wider. Die BYD-Aktie notiert aktuell bei 10,24 Euro und gibt damit im Tagesverlauf leicht um 0,27 Prozent nach. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 9,65 Prozent, ein Zeichen dafür, dass der Titel sich zuletzt spürbar erholt hat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,23 Euro, erreicht Ende August vergangenen Jahres, bleibt das Papier mit einem Abstand von 22,64 Prozent aber weiterhin deutlich entfernt. Die kurzfristige Erholung ändert also wenig daran, dass BYD von seinen Höchstständen noch ein gutes Stück trennt.
BYD rückt in der Weltrangliste der Autohersteller vor
Die Brasilien-Offensive ist Teil einer breiteren internationalen Expansion, die sich in den globalen Marktanteilszahlen niederschlägt. Nach Daten der China Passenger Car Association kletterte BYD im ersten Halbjahr 2026 auf Platz sechs unter den weltweiten Autoherstellern nach Marktanteil, mit einem Anteil von 4,8 Prozent – 2016 hatte der Wert noch bei 0,6 Prozent gelegen. Auch die chinesischen Wettbewerber Geely und Chery kletterten in die globale Top Ten, während Toyota mit 11 Prozent weiterhin die Spitze hält.
Auch außerhalb Brasiliens zeigt sich das Wachstumstempo: In Australien verzeichnete der Neuwagenmarkt im Juli mit rund 108.600 verkauften Fahrzeugen den besten Julimonat der Geschichte, wobei BYD mit 7.857 Einheiten hinter Toyota auf Platz zwei der batterieelektrischen Zulassungen landete. Der Modell Sealion 7 zählte dort zu den meistverkauften Elektroautos des Monats. Ergänzt wird das Bild durch die Sparte Fangchengbao, die im Juli mit 41.213 verkauften Fahrzeugen ein Wachstum von 190,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielte und damit die Gesamtverkäufe der Marke seit ihrem Marktstart auf über 500.000 Einheiten hob. In Summe zeigt sich ein Konzern, der seine Fertigungs- und Vertriebsbasis auf mehreren Kontinenten gleichzeitig verbreitert – ein Muster, das die Wachstumsstory von BYD trägt, auch wenn der Aktienkurs diese Dynamik derzeit nur zögerlich nachvollzieht.
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