BYD Aktie: Supercar mit 1.604 PS im Vorverkauf
BYD meldet neun neue Modelle an und startet den 1.604 PS starken Denza Z. Trotz operativer Erfolge bleibt die Aktie im Jahrestrend schwach.

- Neun Fahrzeuge bei Behörden eingereicht
- Denza Z mit 1.604 PS im Vorverkauf
- Dolphin G als globales Einstiegsmodell
- Aktie trotz Rekordabsatz im Minus
Neun neue Modelle in zwei Tagen bei den Behörden angemeldet, ein Supercar mit 1.604 PS geht in den Vorverkauf. BYD zeigt gerade, wie breit die Produktpalette werden kann. An der Börse kommt davon bisher wenig an.
Zulassungsbehörde zeigt volle Modell-Pipeline
Am 12. und 13. Juli 2026 veröffentlichte das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie mehrere neue Zulassungsanträge von BYD. Im Zentrum steht der Qin MAX, eine Schnelllade-Limousine der B-Klasse, die über dem bisherigen Qin L positioniert wird. Der Wagen misst 4.866 Millimeter in der Länge und kommt sowohl rein elektrisch mit bis zu 240 kW als auch als Plug-in-Hybrid.
Parallel dazu hat die chinesische Version des Pickups Fang Cheng Bao Shark die Zulassung durchlaufen. Er basiert auf der DMO-Plattform, kombiniert einen 1,5-Liter-Turbomotor mit zwei Elektromotoren und kommt auf 320 kW Gesamtleistung. Die Anhängelast liegt bei 2,5 Tonnen.
Auch eine neue Generation des Tang EV wurde angemeldet. Sie fährt mit einem 300-kW-Motor und der zweiten Generation der Blade-Batterie vor. Der Einstiegspreis dürfte bei rund 200.000 Yuan liegen.
Supercar startet in China, Kleinwagen soll den Weltmarkt öffnen
Nach der Weltpremiere beim Goodwood Festival of Speed in Großbritannien startet der Denza Z am 14. Juli 2026 in China in den Vorverkauf. Drei Motoren treiben alle vier Räder an und leisten zusammen 1.180 kW. Das entspricht 1.604 PS.
In der Rennstrecken-Version schafft der Denza Z den Sprint auf 100 km/h in 1,96 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 350 km/h. Die 800-Volt-Plattform lädt die Batterie mit bis zu 1.500 kW – von 10 auf 97 Prozent in etwa neun Minuten.
Am anderen Ende der Preisskala steht der Dolphin G. Es ist das erste Modell, das BYD gezielt für Märkte außerhalb Chinas entwickelt hat. Der Kompaktwagen kombiniert einen 1,5-Liter-Motor mit einem 195-PS-Elektromotor und soll eine Gesamtreichweite von 1.000 Kilometern erreichen. Der Zielpreis liegt zwischen 25.000 und 30.000 Dollar.
Diese Kombination aus Rennstrecken-Supercar und günstigem Weltmarkt-Auto zeigt die Strategie: BYD will gleichzeitig nach oben und in die Breite wachsen.
Verkäufe laufen, Europa wächst kräftig
Im Juni 2026 verkaufte BYD weltweit über 400.000 Fahrzeuge. In Europa bleibt das Wachstum trotz politischem Gegenwind hoch: Im April 2026 wurden in der Region 27.008 Neuzulassungen registriert, ein Plus von 114,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Aktie bleibt unter Druck
Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 9,58 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 2,60 Prozent, seit Jahresbeginn liegt der Titel aber 12,55 Prozent im Minus. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Verlust sogar 27,97 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro aus dem Juli 2025 trennen die Aktie noch 35,27 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 8,03 Euro, erst am 30. Juni 2026 markiert, beträgt der Abstand 19,29 Prozent. Der 14-Tage-RSI von 55,8 signalisiert derzeit eine neutrale Marktphase, die Marktkapitalisierung liegt bei 86,63 Milliarden Euro.
Die Aktie handelt außerdem unter ihren gleitenden Durchschnitten der letzten 100 und 200 Tage. Das deutet auf einen mittelfristig angeschlagenen Trend hin, trotz der operativen Fortschritte bei Absatz und Produktentwicklung.
Für das zweite Halbjahr 2026 zeichnet sich ein dichter Modellstart ab. Mit dem Denza Z im Hochpreissegment und dem Dolphin G als globalem Einstiegsmodell deckt BYD nahezu die gesamte Preisspanne ab. Wie sich diese Doppelstrategie auf die Margen auswirkt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen, wenn Export- und Inlandsgeschäft getrennt ausgewertet werden.
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