BYD Aktie: Tesla im BEV-Rennen
Chinesischer Autobauer BYD meldet Rekord-Exporte und könnte Tesla bei reinen E-Autos überholen. Die Aktie erholt sich vom Jahrestief.

- Aktie springt um über drei Prozent
- Export-Rekord von 175.349 Fahrzeugen
- BYD könnte Tesla bei BEV überholen
- Neue Europa-Fabrik in Planung
BYD greift wieder nach der globalen Spitzenposition bei reinen Elektrofahrzeugen. Die Aktie sprang am Donnerstag um 3,13 Prozent auf 8,87 Euro. Auslöser sind die Juni-Verkaufszahlen und Berichte, wonach der chinesische Autobauer Tesla erneut als weltgrößter BEV-Verkäufer überholen könnte.
Der Kurs erholt sich damit von seinem 52-Wochen-Tief bei 8,03 Euro, das erst vor zwei Tagen markiert wurde. Von diesem Tiefpunkt aus steht bereits ein Plus von 10,43 Prozent zu Buche. Zum bisherigen Jahreshoch von 14,80 Euro aus dem Juli 2025 bleibt allerdings weiterhin viel Abstand.
Exporte kompensieren schwache Heimatnachfrage
BYD verkaufte im Juni insgesamt 403.472 Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Nachfrage in China selbst bricht dagegen weiter ein: minus 22 Prozent im Jahresvergleich.
Was den Rückgang auffängt, sind die Auslandsmärkte. Die Übersee-Verkäufe kletterten im Juni auf einen Rekordwert von 175.349 Fahrzeugen. Das ist ein Sprung von 94,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Exporte machen inzwischen rund 43,5 Prozent des gesamten Monatsvolumens aus.
Im zweiten Quartal 2026 lieferte BYD 557.090 vollelektrische Modelle aus. Bloomberg-Analysten schätzen, dass Tesla im selben Zeitraum nur auf etwa 396.500 Fahrzeuge kommt. Sollte sich das bestätigen, würde BYD den US-Rivalen bei den reinen Elektroautos wieder klar hinter sich lassen.
Neue Fabrik in Europa nimmt Form an
BYD steht offenbar kurz vor einer wichtigen Entscheidung in Europa. Nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens plant der Konzern die Übernahme eines weiteren Werks auf dem Kontinent. Es würde den bestehenden Standort in Ungarn ergänzen.
Der Schritt zielt direkt auf die EU-Importzölle. Mehr lokale Produktion bedeutet weniger Zollbelastung und eine bessere Marge im Auslandsgeschäft. Konzernchef Wang Chuanfu setzt genau darauf, um die Profitabilität inmitten des chinesischen Preiskriegs zu verteidigen.
Die Zahlen für das erste Halbjahr zeigen, warum das nötig ist. BYD verkaufte von Januar bis Juni insgesamt 1,81 Millionen Fahrzeuge — ein Rückgang von 15,72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der verbesserte Produktmix mit mehr Exportanteil stützt trotzdem das Vertrauen der Anleger.
Charttechnik bleibt angespannt
Trotz der Erholung der letzten Tage bleibt die technische Lage schwierig. Die Aktie notiert 11,25 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 9,99 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht immer noch ein Minus von 16,01 Prozent zu Buche, auf Jahressicht sogar von 32,84 Prozent.
Regional gibt es zudem kleinere Anpassungen. In Indien erhöhte BYD zum 1. Juli seine Preise um bis zu 2 Prozent, begründet mit Wechselkurseffekten und steigenden Einkaufskosten. Für den Kursverlauf insgesamt zählt aber vor allem eine Frage: Kann BYD die neu gewonnene Führung im globalen BEV-Segment in der zweiten Jahreshälfte verteidigen.
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