BYD Aktie: UBS erhöht Kursziel auf 135 HKD

Trotz Rekord-Vorbestellungen und positiver Analystenstimmen fällt die BYD-Aktie auf Jahrestief. Die Expansion in Europa und Brasilien soll die Trendwende bringen.

Die Kernpunkte:
  • 150.000 Vorbestellungen für neuen SUV
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief gefallen
  • UBS erhöht Kursziel und empfiehlt Kauf
  • Produktion in Ungarn ab Herbst 2026

150.000 Vorbestellungen für den neuen Elektro-SUV Great Tang — und trotzdem bricht die Aktie ein. Bei BYD klaffen operative Stärke und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.

Die Hongkonger Aktie schloss am Freitag bei 8,90 Euro und notiert damit knapp über dem 52-Wochen-Tief von 8,82 Euro. Auf Jahressicht hat das Papier rund 35 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 25,6 — ein Wert, der technisch auf überverkaufte Bedingungen hindeutet.

UBS sieht Trendwende

Inmitten der Kursschwäche erhöhte UBS am 18. Juni das Kursziel für BYDs H-Aktien auf 135 Hongkong-Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung. Auslöser war das Mai-Ergebnis: BYD erzielte erstmals seit September letzten Jahres wieder ein Absatzwachstum im Jahresvergleich. Das überraschte den Markt.

UBS hebt außerdem hervor, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen außerhalb Chinas seit März anzieht — getrieben durch steigende Ölpreise. Das Jahresziel von 1,5 Millionen Einheiten im Auslandsgeschäft hält UBS für erreichbar, womöglich sogar überschreitbar.

Europäische Fabrik, globale Batteriepläne

Der Great Tang soll BYDs Einstieg ins europäische Premiumsegment markieren. Ab dem vierten Quartal 2026 will der Konzern im ungarischen Werk erste Fahrzeuge produzieren — seine erste Fabrik auf europäischem Boden. Das Ziel: EU-Strafzölle auf chinesische Elektroautos umgehen.

In Brasilien plant BYD rund 100 Millionen Dollar in eine neue Produktionslinie für stationäre Batteriespeicher zu investieren. Bis Anfang 2027 sollen brasilianisch gefertigte Fahrzeuge einen lokalen Wertschöpfungsanteil von 50 Prozent erreichen.

Die Expansionsstrategie ist klar: Produktion dorthin verlagern, wo die Absatzmärkte sind. Ob das die Aktie aus ihrem Tief hebt, wird sich spätestens zeigen, wenn das Ungarn-Werk im Herbst den Betrieb aufnimmt und die Auslandsverkäufe des zweiten Halbjahres vorliegen.

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