BYD Aktie: Unfälle belasten Baustelle in Ungarn
Erneuter tödlicher Unfall auf BYD-Baustelle in Szeged. Geldstrafe und Vorwürfe zu Arbeitsbedingungen setzen den Autobauer unter Druck.

- Aktienkurs fällt um 4,4 Prozent
- Zweiter tödlicher Unfall in Ungarn
- Geldstrafe gegen Baudienstleister verhängt
- Kritik an Arbeitsbedingungen hält an
Schwache Märkte, harte Vorwürfe — BYD hat zum Wochenende gleich von mehreren Seiten Gegenwind bekommen. Die Aktie verlor in Hongkong 4,4 Prozent auf 63,05 Hongkong-Dollar.
Zweiter Todesfall auf der Baustelle in Szeged
Am 18. Juni kam es auf der BYD-Fabrikbaustelle im ungarischen Szeged erneut zu einem tödlichen Arbeitsunfall. Ein Arbeiter wurde von einem Lkw erfasst, alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Es ist bereits der zweite Todesfall an diesem Standort — im Februar 2026 war dort ebenfalls ein Arbeiter ums Leben gekommen.
In der Folge verhängte das zuständige Regierungsbüro eine Geldstrafe von rund 110.000 Dollar gegen AIM Construction Hungary Ltd., den verantwortlichen Baudienstleister. Neben der Buße gab es Verwarnungen wegen verspäteter Mitarbeiteranmeldungen, Arbeitszeitverstößen und formalen Mängeln in Arbeitsverträgen. Zwei weitere beteiligte Firmen erhielten ebenfalls Sanktionen.
Vorwürfe wogen schwer
Der Standort geriet bereits früher unter Druck. Die Organisation China Labor Watch veröffentlichte Anfang 2026 einen Bericht mit Vorwürfen zu Sieben-Tage-Wochen und zurückgehaltenen Löhnen. BYD-Vizepräsidentin Stella Li wies die Anschuldigungen Anfang Juni zurück und erklärte, der Konzern begrüße Inspektionen durch Arbeitsbehörden.
AIM Construction ist keine unbekannte Größe in diesem Zusammenhang: Das Unternehmen war 2024 bereits in einen Arbeitsskandal am BYD-Werk in Brasilien verwickelt.
BYD hatte im Januar 2026 mit dem Transport von Produktionsanlagen nach Szeged begonnen. Die vollständige Aufnahme des Fabrikbetriebs ist für das dritte Quartal 2026 geplant — ein Zeitplan, den die aktuellen Ermittlungen und der Reputationsdruck kaum erleichtern.
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