BYD Aktie: Ungarn prüft Szijjártó-Deal

Ungarn prüft BYD-Deal nach Ministerwechsel. Inspektoren kontrollieren das Werk in Szeged. Die Aktie gibt nach, während ein neues Modell ansteht.

Die Kernpunkte:
  • Untersuchung nach Ministerwechsel zu BYD
  • Arbeitspapiere im Werk Szeged geprüft
  • Aktie fällt um 1,25 Prozent
  • Neue Limousine Qin Max vorgestellt

Die ungarische Regierung hat eine Untersuchung gegen BYD eingeleitet. Auslöser ist der Wechsel des früheren Außenministers Péter Szijjártó zum chinesischen Autobauer. Ministerpräsident Péter Magyar kündigte am 21. Juli 2026 an, sämtliche Entscheidungen, Subventionen, Steuervergünstigungen und Genehmigungen rund um die BYD-Investition in Ungarn zu prüfen, wie Euronews berichtet. Szijjártó hatte den Fabrikdeal noch als amtierender Minister ausgehandelt und arbeitet inzwischen als Führungskraft für externe Beziehungen bei BYD.

Inspektoren kontrollieren Arbeitspapiere in Szeged

Konkret wurde die Ermittlung bereits sichtbar: Ungarische Inspektoren prüften am 21. Juli 2026 im BYD-Werk in Szeged Aufenthaltstitel, Sozialversicherungsnachweise und Arbeitsverträge, berichtet die South China Morning Post. BYD äußerte sich dazu nicht. Die Transparenzorganisation Transparency International warnt vor einem „Drehtür“-Problem, da Ungarn keine Karenzzeit für Minister kennt, die anschließend zu Unternehmen wechseln, mit denen sie zuvor Geschäfte abgeschlossen haben. Das Werk in Szeged ist BYDs europäisches Herzstück: Der Standort umfasst nach Angaben von The Auto Wire ein europäisches Hauptquartier samt Forschungszentrum in Budapest mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet rund 250 Millionen Euro, verbunden mit der Zusage von 2.000 Arbeitsplätzen und Patentanmeldungen. Die Produktion vor Ort erlaubt es BYD, die EU-Ausgleichszölle auf chinesische Elektrofahrzeuge von aktuell 17,0 Prozent zu umgehen.

Kurs gibt Gewinne der Vorwochen teilweise ab

Die BYD-Aktie notiert aktuell bei 9,86 Euro und verliert am Handelstag 1,25 Prozent. Damit bleibt der Titel weit von seinem 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro entfernt, das am 22. Juli 2025 erreicht wurde – der Abstand beträgt 33,41 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 7,94 Prozent zu Buche. Die politische Unsicherheit rund um den europäischen Kernstandort dürfte Investoren zusätzlich vorsichtig stimmen, auch wenn sich der Kurs zuletzt über einen Zeitraum von 30 Tagen um 13,26 Prozent erholt hatte.

Neues Modell Qin Max soll Schwäche im Kerngeschäft ausgleichen

Parallel zur politischen Belastung arbeitet BYD am Produktnachschub. Am 22. Juli 2026 zeigte der Hersteller erste Innenraumbilder der Mittelklasselimousine Qin Max, deren Markteinführung Berichten zufolge für den 13. August erwartet wird, wie CnEVPost meldet. Das 4.866 Millimeter lange Modell mit 2.820 Millimeter Radstand soll sowohl als reines Elektrofahrzeug mit 240-kW- oder 120-kW-Motor als auch als Plug-in-Hybrid mit 1,5-Liter-Verbrenner und 175-kW-Elektromotor angeboten werden. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die gesamte Qin-Reihe verzeichnete im Juni 2026 einen Absatzeinbruch von 66,17 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nur noch 14.900 verkaufte Einheiten.

Globaler Spitzenreiter mit nachlassendem Tempo

Im vergangenen Jahr hatte BYD Tesla als weltgrößten Anbieter von batterieelektrischen Fahrzeugen überholt. Nach Angaben von Frontier Bulletin verkaufte BYD 2025 rund 2,25 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge, ein Plus von 28 Prozent, während Tesla mit 1,64 Millionen Einheiten einen Rückgang von 9 Prozent hinnehmen musste. Besonders in Großbritannien legte BYD zu: Die Verkäufe stiegen im Zeitraum bis September 2025 um 880 Prozent. Zugleich verlangsamte sich das Wachstum von BYD zuletzt auf das schwächste Tempo seit fünf Jahren – ein Hinweis darauf, dass der Konzern trotz seiner globalen Marktführerschaft an heimischer Dynamik verliert, während er im Ausland zugleich mit politischem Gegenwind wie in Ungarn zu kämpfen hat.

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