BYD Aktie: Verhandlungen über Stellantis-Werke
Chinas E-Auto-Pionier verhandelt mit Stellantis über Werkskäufe, um EU-Zölle zu umgehen und die Expansion zu beschleunigen.

- Gespräche mit Stellantis bestätigt
- Eigenständige Werksführung als Bedingung
- Maserati als mögliche Übernahme im Fokus
- Auslandsverkäufe steigen um 155 Prozent
Statt jahrelang auf der grünen Wiese zu bauen, greift BYD direkt zu: Der chinesische Elektroautobauer verhandelt mit Stellantis und anderen europäischen Herstellern über die Übernahme brachliegender Werke. Das ist keine vage Absichtserklärung — Executive Vice President Stella Li bestätigte die Gespräche am Rande der FT-Konferenz „Future of the Car“ in London.
„Wir sprechen nicht nur mit Stellantis, sondern auch mit anderen Unternehmen“, sagte Li. Eine Bedingung formulierte sie dabei klar: BYD will die Werke eigenständig betreiben, keine Gemeinschaftsunternehmen. „Es ist sehr schwer, mit jemandem zu kooperieren und um Erlaubnis bitten zu müssen. Wir ziehen es vor, alles selbst zu führen.“
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Zölle als Treiber, Leerstand als Gelegenheit
Die Logik dahinter ist bestechend. Wer innerhalb der EU produziert, umgeht die Strafzölle von bis zu 35 Prozent, die Brüssel 2024 auf chinesische Elektroautos verhängt hat. Und die Kapazitäten stehen bereit: Europas Autowerke laufen im Schnitt nur auf halber Auslastung. Stellantis‘ Werk in Cassino produzierte im ersten Quartal 2026 gerade einmal 2.916 Fahrzeuge — ein Rückgang von 37,4 Prozent, bei fünf bis sechs Arbeitstagen pro Monat.
Stellantis hatte zuletzt mit einer milliardenschweren Abschreibung auf sein EV-Geschäft für Aufsehen gesorgt. Für BYD ist das eine Einladung.
Maserati im Blick
Neben Fabriken interessiert sich BYD offenbar auch für Marken. Li nannte Stellantis‘ Luxusmarke Maserati „sehr interessant“. Stellantis wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf seine übliche Praxis, keine Spekulationen zu kommentieren.
Europäischer Aufbau läuft bereits
Die Übernahmegespräche ergänzen ein bereits laufendes Investitionsprogramm. In Szeged, Ungarn, hat BYD die Testproduktion in einem neuen Werk aufgenommen — mit einer geplanten Jahreskapazität von bis zu 300.000 Fahrzeugen und einem Investitionsvolumen von bis zu vier Milliarden Euro. Ein zweites Werk in Manisa, Türkei, soll 2027 folgen. Fahrzeuge aus beiden Standorten sind dank Zollunion von den EU-Sondertarifen ausgenommen.
Wachstum außerhalb Chinas beschleunigt sich
Der Expansionsdrang hat auch einen Heimatmarkt-Hintergrund. Im April lieferte BYD rund 314.000 Elektro-Pkw aus — 15,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Ausland läuft es besser: In der EU, der EFTA und Großbritannien stiegen die Neuzulassungen im ersten Quartal 2026 um mehr als 155 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Großbritannien ist BYD inzwischen die meistverkaufte Elektromarke des laufenden Jahres. In Brasilien überholte BYD im April erstmals Volkswagen, General Motors und Hyundai und führte die Gesamtverkaufsliste an.
Für den Heimatmarkt zeigt sich das Management optimistischer als Analysten erwartet hatten: Laut JPMorgan rechnet BYD intern mit 3,5 bis 4 Millionen verkauften Fahrzeugen in China in diesem Jahr — ein Wachstum von bis zu 13 Prozent. Die Aktie notiert nach einem schwachen Monat bei 96,45 Hongkong-Dollar; ob die Europastrategie das Vertrauen der Investoren zurückgewinnt, wird sich spätestens dann zeigen, wenn konkrete Übernahmeverträge auf dem Tisch liegen.
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