BYD Aktie: Wang kündigt Weltmarktführung in fünf Jahren an

BYD-Chef Wang Chuanfu strebt innerhalb von fünf Jahren den ersten Platz im globalen Automarkt an. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief, während Batterie-Engpässe und schwache Inlandsnachfrage bremsen.

Die Kernpunkte:
  • Ehrgeiziges Ziel: Weltmarktführer in fünf Jahren
  • Batterie-Engpass bremst Exportwachstum
  • Exporte steigen 65 Prozent, Inland schwächelt
  • Aktie fällt auf 52-Wochen-Tief

BYD-Chef Wang Chuanfu hat die Latte hoch gelegt. Auf der Hauptversammlung in Shenzhen erklärte er, der Konzern wolle innerhalb von fünf Jahren zum weltgrößten Autohersteller aufsteigen. Die Aktie reagiert wenig begeistert: Sie notiert bei 9,28 Euro — praktisch auf dem 52-Wochen-Tief.

Ehrgeiziges Ziel, großer Abstand

Wang machte seine Ansage am 9. Juni auf der Jahreshauptversammlung. BYD bestätigte den Wortlaut gegenüber Reuters. Das Ziel: Platz eins weltweit nach Absatzvolumen.

Der Abstand ist enorm. BYD verkaufte 2025 rund 4,6 Millionen Fahrzeuge und belegte damit Rang sechs global. Toyota setzte im gleichen Jahr mehr als doppelt so viele Autos ab. Selbst bei weiter starkem Wachstum bleibt das eine sehr ambitionierte Rechnung.

Kein Wunder, dass Investoren skeptisch bleiben.

Batterie bremst das Wachstum

Wang nannte die Hochlaufphase der zweiten Generation der Blade-Batterie als zentralen Engpass für das laufende Jahr. Ohne mehr Batteriekapazität lässt sich das Exportwachstum nicht in höhere Auslieferungen übersetzen.

Die Exportzahlen selbst sind stark: Von Januar bis Mai stiegen die Ausfuhren um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Brasilien, Großbritannien und Australien gehören zu den wichtigsten Märkten. Allerdings kompensierten die Auslandsverkäufe die schwächere Inlandsnachfrage nicht. Die Gesamtauslieferungen lagen in diesem Zeitraum mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Das zeigt das eigentliche Problem: BYD kämpft in China gegen schärfere Konkurrenz, während der internationale Aufbau Zeit braucht. Der Batterie-Engpass ist dabei kein abstraktes Risiko — er bestimmt, wie schnell der Konzern liefern kann.

Hauptversammlung stimmt ab

Neben der strategischen Ansage liefen auf der HV die Governance-Beschlüsse durch. Ernst & Young Hua Ming erhielt mit 93,1 Prozent der Stimmen das Mandat als alleiniger Abschlussprüfer für 2026. Den Gewinnverteilungsplan billigten die Aktionäre mit 99,8 Prozent. Die Dividende beträgt 0,358 Renminbi je Aktie für das Geschäftsjahr 2025.

Außerdem genehmigten die Aktionäre ein Mandat zur Ausgabe neuer H-Aktien bis zu 20 Prozent des ausstehenden Volumens — mit 76,9 Prozent Zustimmung.

Kurs nahe Jahrestief

Die Kursentwicklung spiegelt die Skepsis. BYD hat in den vergangenen 30 Tagen rund 15 Prozent verloren, seit Jahresbeginn über 15 Prozent. Mit einem RSI von 30 signalisiert der Kurs technisch überverkauftes Terrain — aber das allein zieht keine Käufer an.

Das Kursziel des Managements und der aktuelle Börsenkurs zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Wangs Fünf-Jahres-Versprechen setzt eine klare Messlatte. Ob BYD sie erreicht, entscheidet sich zunächst an einem einzigen Punkt: wie schnell die Batterieproduktion hochläuft und ob das die Auslieferungszahlen im zweiten Halbjahr spürbar nach oben treibt.

Anzeige

BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 11. Juni liefert die Antwort:

Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BYD