BYD Aktie: Wettbewerber-Schock wirkt nach?
Goldman Sachs reduziert BYDs Gewinnprognosen für 2026 bis 2030; die Kaufempfehlung und das Kursziel bleiben bestehen.

- CATL-Gewinn bleibt unter Markterwartungen
- Goldman senkt BYD-Gewinnschätzungen um 2 bis 6 Prozent
- Kaufempfehlung und Kursziel unverändert
- BYD-Quartalszahlen für den 29. Oktober angekündigt
Die Gewinnenttäuschung bei CATL belastet heute auch BYD. Medienberichten zufolge gerieten die BYD-Aktien unter Druck, nachdem der Batteriehersteller die Erwartungen für das dritte Quartal verfehlt hatte. Für BYD-Anleger rückt damit die Ertragskraft stärker in den Mittelpunkt: Goldman Sachs hatte bereits am Donnerstag seine Gewinnschätzungen gesenkt, ohne die Kaufempfehlung oder das Kursziel zu ändern.
Enttäuschung beim Wettbewerber wirkt nach
CATL meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 21,25 Milliarden RMB. Erwartet worden waren 26,03 Milliarden RMB. Die negative Reaktion bei BYD zeigt, dass Anleger die Enttäuschung nicht ausschließlich als unternehmensspezifisches Ereignis behandeln.
Für die Einordnung ist diese Trennung dennoch wichtig. Die Zahlen stammen von CATL und belegen keinen entsprechenden Gewinnrückgang bei BYD. Sie verschärfen vielmehr die Aufmerksamkeit für die Frage, wie sich Absatzentwicklung und Wettbewerb in den Ergebnissen von BYD niederschlagen. Eine Belastung durch die Stimmung im Sektor ist nicht mit einer neuen operativen Meldung des Unternehmens gleichzusetzen.
Goldman senkt Erwartungen, nicht das Kursziel
Goldman Sachs reduzierte am Donnerstag die Gewinnschätzungen für die Jahre 2026–2030 um 2%–6%. Die Kaufempfehlung blieb ebenso unverändert wie das Kursziel von 134 HK$ für die H-Aktie. Es handelte sich damit weder um eine Herabstufung noch um eine Kurszielsenkung.
Die Unterscheidung ist für Anleger wesentlich: Das Analysehaus beurteilt die Aktie weiterhin positiv, legt seiner Bewertung aber niedrigere Gewinnerwartungen zugrunde. Die Kaufempfehlung sollte deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Einschätzung der künftigen Ertragsentwicklung vorsichtiger ausfiel.
Ein gemischtes Bild liefern auch die Absatzzahlen. Nach Daten der China Passenger Car Association führte BYD im September den chinesischen Einzelhandelsmarkt für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben an. Der Marktanteil betrug 22,8%, während die inländischen Einzelhandelsverkäufe gegenüber dem Vorjahr um 28,9% sanken.
Die führende Marktposition und der rückläufige Absatz bestehen somit nebeneinander. Marktführerschaft allein beantwortet noch nicht die Frage, wie belastbar das Gewinnwachstum ist. Genau darauf lenken die gesenkten Analystenschätzungen und die heutige Reaktion auf CATL den Blick.
Quartalsbericht wird zum Prüfstein
Für den 29. Oktober sind die BYD-Quartalszahlen angekündigt. Der Bericht von Goldman Sachs veranschlagt für das dritte Quartal einen Umsatz von 242,936 Milliarden RMB und einen Nettogewinn von 11,5 Milliarden RMB. Das sind Prognosen, keine bereits gemeldeten Ergebnisse.
Bis dahin bleibt die entscheidende Unterscheidung jene zwischen Erwartungen und tatsächlicher Geschäftsentwicklung. Die CATL-Zahlen liefern einen Anlass für größere Vorsicht, ersetzen aber keine BYD-Ergebnisrechnung. Der angekündigte Quartalsbericht wird zeigen, wie sich die schwächeren Inlandsverkäufe im Ergebnis niederschlagen und wie BYD gegenüber den bereits reduzierten Gewinnerwartungen abschneidet.
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