BYD Aktie: Xi-Gipfel in Washington rückt näher
BYD gewinnt an der Börse, während eine mögliche Gipfelteilnahme, geplante Werke in Europa und steigende Exporte den Konzern prägen.

- BYD-Aktie legt 3,7 Prozent zu
- Gipfelteilnahme chinesischer Wirtschaftsgrößen wird geprüft
- Vier europäische Werke langfristig vorgesehen
- August-Absatz steigt um 18 Prozent
BYD-Aktien legten gestern um 3,7 Prozent auf 9,07 Euro zu. Hintergrund ist ein Bericht, wonach chinesische Regierungsvertreter erwägen, BYD in eine Wirtschaftsdelegation aufzunehmen, die Staatschef Xi Jinping bei seinem Gipfeltreffen mit Donald Trump kommende Woche in Washington begleiten soll.
Bloomberg berichtete, dass hochrangige Funktionäre um Xis Kabinettschef Cai Qi derzeit eine Liste chinesischer Wirtschaftsgrößen für den für den 24. September geplanten Staatsbesuch prüfen.
Hoffnung auf Entspannung im Handelsstreit
Für Anleger ist die Aussicht auf eine BYD-Präsenz beim Gipfel mehr als nur Symbolik. Der Konzern steht im Zentrum der amerikanisch-chinesischen Spannungen um Elektrofahrzeuge und deren Zulieferketten. Eine mögliche diplomatische Annäherung zwischen Washington und Peking würde gerade für exportorientierte Hersteller wie BYD Entlastung bedeuten.
Der Kurs bleibt trotz des jüngsten Sprungs deutlich unter Druck: Auf Jahressicht steht ein Minus von 15 Prozent, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch vom 2. Oktober bei 12,49 Euro notiert das Papier 27 Prozent tiefer.
Europa-Expansion nimmt Formen an
Der Gipfel-Bericht trifft auf eine Phase, in der BYD seine internationale Strategie weiter verdichtet. Alfredo Altavilla, früherer Manager bei Fiat Chrysler und heute Berater des Unternehmens in Europa, bestätigte bei einer Veranstaltung in Turin, dass BYD langfristig vier Werke auf dem Kontinent plant – drei Montagewerke für Fahrzeuge sowie eine Batteriefabrik. Damit untermauert der Konzern seinen Anspruch, außerhalb Chinas stärker Fuß zu fassen, nachdem ein scharfer Preiskampf im Heimatmarkt die Margen belastet hat.
Diese Auslandsoffensive zeigt bereits Wirkung: BYD verkaufte im August rund 440.000 Fahrzeuge, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getragen von einem Rekord bei den Exporten. Die Überseeverkäufe legten dabei laut Unternehmensangaben um 134 Prozent zu.
Für das kommende Jahr peilt der Konzern nach Angaben von Bloomberg mehr als 2,5 Millionen verkaufte Fahrzeuge im Ausland an – ein deutlicher Sprung gegenüber dem für das laufende Jahr erwarteten Volumen von knapp zwei Millionen Einheiten.
Unruhe an der Belegschaftsfront
Nicht alle Nachrichten der vergangenen Tage fielen positiv aus. Online-Beiträge deuteten darauf hin, dass eine jährliche Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter gestrichen worden sei, was in sozialen Medien für lautstarke Kritik sorgte. Das Unternehmen äußerte sich dazu bislang nicht.
Die Verunsicherung fällt in eine Phase, in der der Gewinn im ersten Halbjahr bereits um rund ein Fünftel zurückgegangen war – ein Hinweis darauf, dass der Preiskampf im chinesischen Kernmarkt weiterhin auf der Profitabilität lastet.
Ausblick: Hauptversammlung Ende September
Anleger richten den Blick zudem auf den 29. September, wenn BYD eine außerordentliche Hauptversammlung abhält. Dort stehen Änderungen der Satzung, die Wahl beziehungsweise Wiederwahl von Direktoren sowie der Start eines Asset-Pool-Geschäfts mit externen Garantien zur Abstimmung.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt: Mit einem RSI von 41,9 und einem Kurs 6,9 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt zeigt das Papier noch keine nachhaltige Trendwende, auch wenn der jüngste Anstieg ein erstes positives Signal setzt.
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