BYD Aktie: Zweites Werk in Südeuropa

BYD sucht nach einer Übernahme für ein zweites Montagewerk in Südeuropa, während das Werk in Ungarn 2026 startet.

Die Kernpunkte:
  • Suche nach Übernahme-Kandidatin in Südeuropa
  • Erstes Werk in Ungarn startet 2026
  • Europa-Verkäufe steigen rasant
  • Kooperation mit Changchun angestrebt

BYD sucht aktiv nach einer Übernahme-Kandidatin: Das Unternehmen will für sein zweites europäisches Montagewerk eine bestehende Fabrik in Südeuropa übernehmen, Spanien steht dabei auf der Shortlist. Das erklärte Executive Vice President Stella Li diese Woche in Berlin — am Rande der Europapremiere des Dolphin G, einem kompakten Elektrofahrzeug.

Erst Ungarn, dann Südeuropa

Priorität hat zunächst das erste europäische Werk in Ungarn. Dort soll die Produktion im vierten Quartal 2026 anlaufen — rund ein Jahr später als ursprünglich geplant. Das Werk in der Türkei liegt indes auf Eis. Südeuropa bleibt damit eine mittelfristige Perspektive, für die weder Standortentscheidung noch Zeitplan feststehen.

Der strategische Hintergrund ist klar: Wer in Europa fertigt, umgeht die EU-Importzölle auf chinesisch produzierte Elektroautos. Das macht lokale Produktion nicht nur politisch opportun, sondern wirtschaftlich zwingend. Die Europaumsätze sprechen für sich — 2025 wuchsen die Verkäufe um 270 Prozent auf knapp 188.000 Fahrzeuge. In den ersten fünf Monaten 2026 hat BYD bereits mehr als 100.000 Einheiten in Europa abgesetzt, mehr als doppelt so viele wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Wachstum auch in China

Parallel sucht die Stadt Changchun im Nordosten Chinas aktiv Kooperationen mit BYD. Die Industriestadt — Heimat des staatlichen Automobilkonzerns FAW — will den heimischen Sektor bis 2030 neu aufstellen und wirbt um BYD als Partner für Produktionsstandorte, Forschungszentren oder Komponentenprojekte im Norden des Landes. FAW steht dabei unter Restrukturierungsdruck: Produktion und Absatz des Staatsunternehmens sind in den vergangenen Jahren geschrumpft.

Ob BYD auf das Changchun-Angebot eingeht, ist offen. Für das laufende Europageschäft ist die entscheidende Weichenstellung jedoch die Standortwahl für das zweite Werk — ein Prozess, der nach Lis Aussagen noch keine Deadline hat, aber mit dem wachsenden Absatzmomentum zunehmend Dringlichkeit bekommt.

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