BYD: Auslandsverkäufe auf 134.542 Einheiten

Starke Nachfrage im Ausland, historischer Einbruch auf dem Heimatmarkt— bei BYD klaffen die Entwicklungen im April extrem weit auseinander. Während die Exporte ein Allzeithoch erreichen, verzeichnet der chinesische Autobauer im Inland den längsten Abschwung seiner Geschichte. Das zwingt den Konzern zu einem strategischen Umbau.

Der Kernmarkt bereitet dem Management zunehmend Sorgen. Im April verkaufte BYD insgesamt 321.123 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Das entspricht zwar einem leichten Plus zum Vormonat, bedeutet aber auf Jahressicht einen Rückgang um rund 15 Prozent. Damit schrumpft der Absatz in China den achten Monat in Folge. Ein derart langer Abschwung übertrifft sogar die Krise nach dem Wegfall der staatlichen Subventionen Ende 2019.

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Parallel dazu brummt das internationale Geschäft. Die Überseeverkäufe von Pkw und Pick-ups sprangen im April um fast 71 Prozent auf 134.542 Einheiten. Dieser Rekordwert federt die heimische Schwäche spürbar ab. Marktbeobachter führen den Exportboom unter anderem auf die gestiegenen Benzinpreise infolge des Iran-Krieges zurück, die das globale Interesse an Elektroautos neu entfachen.

Exporte werden zum Wachstumsmotor

Angesichts des brutalen Preiskampfes und mehrerer Insolvenzen von Konkurrenten in China verlagert BYD seinen Fokus. Bereits im ersten Quartal machten die Auslandsumsätze fast die Hälfte der Gesamtverkäufe aus. Der Vorstand reagiert auf diese Dynamik und hebt das Exportziel für das Jahr 2026 auf 1,5 Millionen Fahrzeuge an. Zuvor lag die Prognose bei 1,3 Millionen Einheiten.

Auch im Produktportfolio zeigt sich eine klare Zweiteilung. Während die Hauptmarken schwächeln, glänzt die Offroad-Tochter Fang Cheng Bao mit einer Verdreifachung der Verkäufe. Auf der Automesse in Peking demonstrierte BYD zudem seine Ambitionen im Ultra-Luxussegment. Konzernchef Wang Chuanfu übergab dort persönlich das erste Exemplar des Yangwang U9 Xtreme. Der auf 30 Stück limitierte Supersportwagen kostet umgerechnet rund 2,7 Millionen US-Dollar.

Margendruck zwingt zu Preisanpassungen

Hinter der glänzenden Messe-Fassade kämpft der Autobauer hart um seine Profitabilität. Im ersten Quartal brach der Nettogewinn um mehr als die Hälfte auf 4,09 Milliarden Yuan ein. Steigende Kosten in der Lieferkette und der heimische Preiskrieg fressen die Margen auf. Um gegenzusteuern, hat das Unternehmen den Aufpreis für sein fortschrittliches Fahrassistenzsystem um mehr als 20 Prozent erhöht.

Der Fokus verschiebt sich damit auf das internationale Parkett. Erreicht BYD mit seinen neuen Modellen samt ultraschneller Ladetechnik die angepeilte Exportmarke, verliert der chinesische Heimatmarkt an Schrecken. Stagniert die Auslandsexpansion jedoch, schlägt der Margendruck aus dem Inland ungebremst auf die Bilanz durch.

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