BYD bestellt zehn Autotransportschiffe
BYD erweitert seine eigene Transportflotte, verschiebt den Fabrikstart in Pakistan und meldet im zweiten Quartal deutlich mehr Auslandsabsatz.

- Zehn weitere Autotransporter geordert
- Eigene Flotte wächst auf 18 Schiffe
- Fabrikstart in Pakistan erneut verschoben
- Auslandsauslieferungen steigen um 82 Prozent
BYD investiert weiter in die eigene Logistik für den Auslandsvertrieb: Der chinesische Autobauer hat zehn zusätzliche Autotransportschiffe des Typs PCTC mit einer Kapazität von jeweils 9.200 CEU bei der China Merchants Industry georordert, gebaut in den Werften Jinling und Haimen.
Die Auslieferung ist zwischen 2027 und 2029 geplant. Zusammen mit der bestehenden Flotte von acht Schiffen kommt BYD damit künftig auf 18 eigene Frachter mit einer Gesamtkapazität von über 130.000 CEU.
Die Investition passt zum Bild eines Konzerns, der seinen Exportmotor auf Hochtouren laufen lässt. Während parallel bereits andernorts über Absatzrekorde und Exportziele berichtet wurde, zeigt die Schiffsbestellung, dass BYD die Logistikkapazität langfristig strategisch absichert statt nur kurzfristig auf Charterraum zu setzen.
Eigene Schiffe reduzieren die Abhängigkeit von externen Reedereien – ein Vorteil in Zeiten volatiler Frachtraten und angespannter Handelsbeziehungen zwischen China und westlichen Märkten.
Verzögerung in Pakistan trübt das Bild
Nicht alle Auslandsprojekte laufen jedoch reibungslos. Die geplante Fabrik von BYD beziehungsweise Mega Motor in Gharo in der pakistanischen Provinz Sindh hat ihren Zeitplan erneut verfehlt.
Ursprünglich sollte die Produktion im ersten Halbjahr des pakistanischen Geschäftsjahres 2026 starten, laut Angaben von Topline Securities gilt inzwischen die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2026 als neue Zielmarke.
Die Investition summiert sich auf 150 Millionen US-Dollar, davon 90 Millionen Dollar Fremdkapital, bereitgestellt von der Hub Power Company. Die Startkapazität von 25.000 Fahrzeugen pro Jahr soll später verdoppelt werden können.
Für den pakistanischen Markt selbst bleibt das Potenzial dennoch beachtlich: Das dortige NEV-Segment wuchs im vergangenen Fiskaljahr um 392 Prozent, BYD hält dort bereits einen Marktanteil von rund 15 Prozent. Die Verzögerung beim Fabrikbau verschiebt lediglich den Zeitpunkt lokaler Fertigung, nicht die grundsätzliche Nachfrage.
Operative Basis bleibt solide
Der Hintergrund für die Investitionsbereitschaft liegt in der Ergebnisentwicklung: Im zweiten Quartal 2026 steigerte BYD den Nettogewinn um 30 Prozent auf 1,22 Milliarden US-Dollar, nach vier Quartalen mit rückläufigen Gewinnen zuvor.
Getragen wurde dies vor allem vom Auslandsgeschäft – die Auslandsauslieferungen legten im zweiten Quartal um 82 Prozent auf über 471.000 Fahrzeuge zu, während der Inlandsabsatz um 28 Prozent auf 637.000 Einheiten sank. Für das erste Halbjahr 2026 summierten sich die Exporte auf 792.000 Fahrzeuge, ein Plus von 68 Prozent.
Diese Verschiebung von Inland zu Ausland erklärt, warum BYD in Schiffskapazität und neue Werke investiert, während der Heimatmarkt unter einem intensiven Preiswettbewerb leidet.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse hat sich diese strategische Neuausrichtung bislang nicht in Kursstärke niedergeschlagen. Die BYD-Aktie schloss am Mittwoch bei 8,95 Euro, nach einem Tagesverlust von 2,7 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 16 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro beträgt der Abstand 28 Prozent.
Der Relative-Stärke-Index von 30,6 signalisiert eine überverkaufte Situation. Anleger scheinen die langfristigen Logistik- und Kapazitätsinvestitionen derzeit weniger zu honorieren als die kurzfristige Belastung durch schwächelnde Inlandsverkäufe und den harten Preiskampf im chinesischen Markt.
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