BYD Electronic Aktie: CICC senkt Gewinnprognosen um 12%
BYD Electronic verzeichnet Umsatzplus in neun Monaten, aber Gewinnrückgang im dritten Quartal. Analysten senken Prognosen.

- CICC senkt Gewinnprognosen für 2025 und 2026
- Citi und Morgan Stanley mit unterschiedlichen Kurszielen
- Aktie seit Jahresbeginn um rund 29 Prozent gefallen
- Mutterkonzern BYD unter Wettbewerbsdruck in China
Nach der Vorlage aktueller Geschäftszahlen für die ersten drei Quartale des Jahres 2026 sieht sich die Aktie von BYD Electronic mit einem uneinheitlichen Echo der Analystenhäuser konfrontiert. Während die Neunmonatsbilanz ein leichtes Wachstum zeigt, trüben die Ergebnisse des dritten Quartals und nach unten korrigierte Gewinnprognosen für die kommenden Jahre das Bild.
CICC senkt Gewinnerwartungen für 2025 und 2026
Die Analysten von CICC haben ihre Einschätzung für BYD Electronic zwar auf „Outperform“ belassen, ihre Gewinnprognosen jedoch merklich nach unten geschraubt. Das Kursziel wird weiterhin mit 50 HKD angegeben. Hintergrund für die Anpassung ist eine Senkung der erwarteten Nettogewinne für die Jahre 2025 und 2026 um 12 % beziehungsweise 6 %. Für das Jahr 2025 rechnet CICC nun mit einem Nettogewinn von 4,323 Milliarden RMB, während für 2026 ein Wert von 5,798 Milliarden RMB prognostiziert wird.
Die Bilanz für die ersten neun Monate des Jahres 2026 zeigt ein gemischtes Bild: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,95 % auf 123,3 Milliarden RMB. Auch der Nettogewinn konnte leicht um 2,4 % auf 3,14 Milliarden RMB zulegen. Betrachtet man jedoch ausschließlich das dritte Quartal, wird ein Rückgang deutlich. Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich um 2 % auf 42,68 Milliarden RMB. Der Nettogewinn ging im selben Zeitraum um 9 % auf 1,41 Milliarden RMB zurück, konnte sich jedoch im Vergleich zum vorangegangenen zweiten Quartal um 27 % steigern.
Diskrepanz bei den Kurszielen von Citi und Morgan Stanley
Neben CICC haben sich weitere große Analysehäuser zu Wort gemeldet, wobei die Einschätzungen zur Bewertung der Aktie weit auseinandergehen. Die Analysten von Citi bekräftigen ihre Kaufempfehlung („Buy“) und rufen ein Kursziel von 42 HKD aus. Deutlich vorsichtiger agiert Morgan Stanley: Zwar wurde das Kursziel angehoben, liegt mit 28 HKD aber signifikant unter den Erwartungen der Konkurrenz.
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit der Anleger wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier eine negative Entwicklung von -29,05 %. Aktuell notiert der Wert 17,66 % über seinem 52-Wochen-Tief, bleibt jedoch mit einem Abstand von -44,74 % weit hinter seinem 52-Wochen-Hoch zurück. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 8,01 Milliarden Euro.
Herausforderungen im Marktumfeld der Muttergesellschaft
Das Geschäft von BYD Electronic ist eng mit der Dynamik der Muttergesellschaft BYD Co. verknüpft, die im Bereich der Elektromobilität weltweit expandiert. Während die Muttergesellschaft im zweiten Quartal 2026 mit 557.090 ausgelieferten batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) Tesla übertreffen konnte, mehren sich Anzeichen für einen verstärkten Wettbewerbsdruck und steigende Kosten. In China sinken die Gewinnmargen in der Automobilproduktion laut Medienberichten auf einen Tiefstand von 1,5 %, was auch die Zulieferer und Elektroniksparten unter Druck setzt.
Zudem sieht sich der Konzern in Europa mit regulatorischen Hürden konfrontiert. In Ungarn wurde eine Untersuchung eingeleitet, die Subventionen im Zusammenhang mit dem dortigen Werk und dem Engagement des ehemaligen Außenministers Peter Szijjárto betrifft. Trotz dieser globalen Spannungen treibt BYD die technologische Entwicklung voran. Kürzlich wurde der erste 4nm-Chip für intelligentes Fahren, der Xuanji A3, vorgestellt, der bereits in die Massenproduktion gegangen ist und die Grundlage für autonome Fahrfunktionen der Stufen L3 und L4 bilden soll. Diese technologischen Fortschritte könnten mittelfristig eine Schlüsselrolle für die Profitabilität der Elektroniksparte spielen.
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