BYD forciert globale Expansion und Auslandsabsatz
Für 2027 visiert BYD mehr als 2,5 Millionen Verkäufe außerhalb Chinas an; Lieferengpässe sollen erst Anfang 2027 enden.

- August-Auslieferungen außerhalb Chinas stiegen um 134,45 Prozent
- Indonesisches Werk hat Fertigung aufgenommen
- Brasilien soll 300.000 Fahrzeuge jährlich produzieren
- Radarchip geht in Serienfertigung
Der chinesische Konzern BYD treibt seine weltweite Expansion mit neuen Absatzzielen und Werksstarts voran. Wie Bloomberg am 16. September berichtete, prüften Regierungsvertreter in Peking eine Aufnahme von BYD in eine Wirtschaftsdelegation. Diese sollte Staatschef Xi Jinping zu einem Gipfeltreffen mit Donald Trump in Washington begleiten. An der Börse schloss die Aktie am Freitag bei 8,84 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang damit auf 17 Prozent.
Ambitionierte Vertriebsziele gegen den Preiskampf
Hintergrund der internationalen Ausrichtung ist der intensive Wettbewerb auf dem chinesischen Heimatmarkt. Rabattaktionen drücken dort seit Monaten auf die Margen der gesamten Branche. BYD setzt dem Gegenmaßnahmen entgegen und beschleunigt den Schritt ins Ausland. Für das Jahr 2027 peilt das Management Auslandsverkäufe von mehr als 2,5 Millionen Fahrzeugen an.
Die jüngsten Absatzzahlen untermauern diesen Kurs. Medienberichten zufolge lieferte der Hersteller im August 189.466 Fahrzeuge außerhalb Chinas aus. Dies bedeutete ein Plus von 134,45 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Auslandsanteil an den gesamten Verkäufen des Monats kletterte dadurch auf 43,03 Prozent.
Aufbau lokaler Produktionsstätten im Ausland
Um die Exportmengen logistisch zu bewältigen, investiert BYD in eigene Fabriken auf mehreren Kontinenten. In Indonesien hat ein neues Werk die Fertigung aufgenommen. Zeitgleich steigert das Unternehmen den Ausstoß im brasilianischen Werk. Dieser Standort soll schrittweise auf eine Jahreskapazität von 300.000 Fahrzeugen hochgefahren werden. Für die europäische Fertigung in Ungarn ist der Produktionsstart für November oder Dezember vorgesehen.
Gleichzeitig belasten logistische Engpässe die Auslieferungen. Der Auftragsbestand für schnellladefähige Modelle lag Medienberichten zufolge bei rund 250.000 Fahrzeugen. Ursache dafür sind Verzögerungen bei der Zulieferung der zweiten Generation der Blade-Batterie. Das Management rechnet damit, diese Lieferengpässe erst im ersten Quartal 2027 vollständig zu beheben.
Neue Modellgeneration und Radarchips aus Eigenfertigung
Im heimischen Markt setzt BYD parallel auf eine Erweiterung des Fahrzeugangebots. Anfang September präsentierte der Konzern das SUV-Modell Sealion 08 als neues Spitzenmodell der Ocean-Serie. Das Fahrzeug kommt mit fünf oder sechs Sitzen auf den Markt. Die Preise der verschiedenen Ausführungen reichen von 229.900 Yuan bis 279.900 Yuan.
Alle Varianten nutzen die Blade-Batterie der zweiten Generation und unterstützen Schnellladetechnologie. Bei den Antrieben stehen reine Elektroversionen sowie Plug-in-Hybride zur Auswahl. Die Reichweite liegt bei bis zu 900 Kilometern nach chinesischem CLTC-Standard.
Fortschritte meldet zudem die Halbleitersparte des Konzerns. Sie hat die Serienproduktion eines 4D-Millimeterwellen-Radarchips aufgenommen. Der Sensor dient Fahrassistenzsystemen und basiert auf dem hauseigenen Xuanji-A3-Prozessor.
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