Cameco Aktie: Korea-Milliarden für Westinghouse

Ein unverbindlicher US-Korea-Plan sieht bis zu acht Reaktoren vor; Standorte, Finanzierung und endgültige Vereinbarungen bleiben offen.

Die Kernpunkte:
  • Rahmenplan umfasst bis zu acht Reaktoren
  • Sechs Anlagen könnten vom Typ AP1000 sein
  • Westinghouse erwartet rund zwei Milliarden Dollar je APR1400
  • Aktie stieg nachbörslich gut 1,4 Prozent

Ein Rahmenabkommen zwischen den USA und Südkorea könnte Westinghouse, an dem Cameco beteiligt ist, einen gewaltigen Auftragsschub bescheren. Die Summe klingt gewaltig: 120 Milliarden Dollar will Korea investieren, um Kernreaktoren mit Westinghouse-Technologie in den USA zu bauen. Verbindlich ist bislang allerdings nichts.

Bis zu acht Reaktoren auf Bundesgrund

Das Framework sieht den Bau von bis zu acht Großreaktoren vor. Sechs davon wären Westinghouse-Anlagen vom Typ AP1000, bis zu zwei weitere koreanische APR1400-Reaktoren, die auf Westinghouse-Technologie basieren. Gebaut werden soll auf Bundesgelände, das die US-Regierung bestimmt. Den Anfang machen zwei AP1000.

Das Abkommen baut auf der Partnerschaft auf, die Cameco, Brookfield Asset Management und das US-Handelsministerium im Oktober 2025 verkündet hatten. Es skizziert einen möglichen Finanzierungs- und Umsetzungsweg für neue Meiler. Cameco betont zugleich, dass das Framework unabhängig von der bedingten Zusage des Energieministeriums für Kredite an die amerikanische Nuklear-Lieferkette ist.

Was Westinghouse davon hätte

Besonders interessant ist eine einmalige Ausnahme im Rahmen des Vergleichs von 2025. Damals legte Westinghouse einen Streit um geistiges Eigentum mit dem koreanischen Versorger KEPCO und dem Betreiber KHNP bei. Die Ausnahme würde den Bau von bis zu zwei APR1400-Reaktoren in den USA erlauben.

Im Gegenzug erwartet Westinghouse pro APR1400 rund zwei Milliarden Dollar. Das Geld soll aus Lizenzen, Engineering- und Beschaffungsleistungen, Aufträgen an Subunternehmer und langfristiger Brennstoffelement-Fertigung fließen.

Korea könnte sich zudem direkt an Westinghouse beteiligen. Cameco geht nicht davon aus, dass ein solcher Einstieg den eigenen Anteil am Unternehmen berührt. Voraussetzung wären endgültige Vereinbarungen, Due Diligence sowie behördliche und unternehmensinterne Freigaben.

Noch viele Hürden

Cameco-Chef Tim Gitzel begrüßte den Schritt der US-Regierung. Neue AP1000-Bestellungen böten die Chance, den Ausbau der Flotte weltweit zu beschleunigen und Risiken zu senken. Die Priorität liege aber weiter auf der Kreditzusage des Energieministeriums. Dadurch könnten sich Bauzeiten für AP1000-Reaktoren um bis zu drei Jahre verkürzen.

Die Bedingungen des Rahmenwerks sind nicht bindend und unterliegen finalen Verhandlungen. Offen sind Standorte, Genehmigungen und die Finanzierung. An der Börse kam die Nachricht dennoch an: Die Aktie schloss am Mittwoch in New York bei 86,67 Dollar und legte nachbörslich gut 1,4 Prozent zu. Ob daraus feste Aufträge werden, entscheidet sich mit den definitiven Vereinbarungen, für die noch kein Termin genannt wurde.

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