Cameco Aktie: Uran-Riese hinkt KI-Rally hinterher
Ein Quartalsverlust und eine niedrigere Förderprognose belasten Cameco, während der Uranpreis bei etwa 90 Dollar je Pfund liegt.

- Unerwartetes Minus im Quartal gemeldet
- Förderausblick für 2026 reduziert
- Uranpreis rund zwölf Prozent höher
- Aktie binnen zwölf Monaten etwa 8,5 Prozent schwächer
Die KI-Branche braucht Strom, und zwar rund um die Uhr. Kernenergie gilt dafür als Favorit, doch an der Börse profitieren bislang vor allem Kraftwerksbetreiber. Cameco, größter westlicher Uranproduzent, bleibt dahinter zurück.
Überraschender Verlust, gekappte Prognose
Zuletzt meldete Cameco einen unerwarteten Quartalsverlust und senkte die Produktionsprognose für 2026. Das sind keine guten Nachrichten für ein Unternehmen, das vom Angebotsengpass am Uranmarkt leben soll. Marktbeobachter sehen darin allerdings auch ein Argument für die These knapper Lieferungen: Fällt Angebot aus, stützt das langfristig den Preis.
Der Uranpreis selbst hält sich stabil. Er liegt bei etwa 90 Dollar je Pfund und damit rund 12 Prozent über dem Vorjahr.
Sektor erholt sich, Bilanz bleibt mager
Am Donnerstag legte die Cameco-Aktie an der US-Börse um 2,2 Prozent auf 83,23 Dollar zu. Nachbörslich ging es noch etwas höher. Der gesamte Nuklearsektor erholte sich, ohne dass dafür konkrete Unternehmensnachrichten vorlagen. Marktbeobachter sprechen von Short-Eindeckungen und Käufen nach starken Verlusten.
Die Jahresbilanz bleibt trotzdem schwach. Cameco liegt auf Sicht von zwölf Monaten rund 8,5 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn etwa 9 Prozent. Im Vergleich zu anderen Uranwerten ist das noch glimpflich:
- Uranium Energy: minus 48,9 Prozent auf Jahressicht
- Energy Fuels: minus 60,5 Prozent
- Centrus Energy: minus 69,4 Prozent
Der Global X Uranium ETF verlor binnen eines Jahres gut 32 Prozent. Sein 14-Tage-RSI von 31 signalisiert einen nahezu überverkauften Zustand.
Warum die Betreiber vorn liegen
Die Nachfrage nach Atomstrom wirkt real. Rechenzentren machten zuletzt knapp 40 Prozent der Kosten in der jüngsten Kapazitätsauktion des US-Netzbetreibers PJM aus. Technologiekonzerne schließen zudem langfristige Stromabnahmeverträge ab.
Das Problem für Uranförderer: Große Reaktoren entstehen langsamer als Rechenzentren. Kurzfristig kommt zusätzlicher Strom aus bestehenden Anlagen, Wiederinbetriebnahmen und Leistungssteigerungen. Davon profitieren Betreiber wie Constellation Energy, nicht Brennstofflieferanten. Der Uranbedarf steigt erst, wenn neue Reaktoren tatsächlich laufen.
Für Cameco hängt viel daran, ob der Uranpreis um 90 Dollar hält, während die Förderung 2026 niedriger ausfällt als geplant. Gelingt das, könnte die Aktie den Abstand zu den Betreibern verringern.
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