Canaan Aktie: Rosenblatt halbiert Kursziel
Canaan erwartet im dritten Quartal nur 11 bis 15 Millionen Dollar Umsatz und setzt auf neue Produkte, Rückkäufe sowie Krypto-Reserven.

- Aktie fällt um 7,3 Prozent
- Quartalsumsatz zwischen 11 und 15 Millionen Dollar
- 66 Millionen Dollar liquide Mittel
- Rosenblatt senkt Kursziel auf 0,75 Dollar
Der Hardware-Hersteller Canaan steht vor einem tiefgreifenden operativen Spagat. Während das angestammte Geschäft mit Mining-Geräten unter schwacher Nachfrage und hohen Lagerbeständen leidet, stützt sich das Unternehmen auf seine Finanzreserven und bereitet neue Produkte für das Jahresende vor. An den Finanzmärkten bleibt die Stimmung dennoch gedämpft: Die Aktie verliert heute 7,3 Prozent auf 0,2855 Euro.
Die Skepsis der Anleger speist sich vor allem aus der anhaltenden Flaute bei Krypto-Hardware. Betreiber von Rechenzentren zeigen sich bei Neuanschaffungen zurückhaltend, da ältere Modellreihen die Lager füllen und der Preisdruck auf die durchschnittlichen Verkaufserlöse durchschlägt.
Diese Entwicklung spiegelt sich unmittelbar in der kurzfristigen Prognose des Unternehmens wider. Für das dritte Quartal rechnet Canaan lediglich mit Erlösen zwischen 11 Millionen und 15 Millionen Dollar.
Um sich aus der Abhängigkeit von reinen Großkundenaufträgen zu befreien, treibt das Management eine strategische Neuausrichtung voran. Neben sogenannten Compute-to-Heat-Lösungen zur gewerblichen Abwärmenutzung soll die Avalon-Home-Reihe für Privatanwender zur Marktreife geführt werden. Zudem peilt das Unternehmen die Erschließung eigener Stromkapazitäten im Gigawatt-Bereich bis zum Jahresende an.
Solides Finanzpolster dämpft die Durststrecke
Bilanziell verschaffen die vorhandenen Vermögenswerte dem Konzern Handlungsspielraum. Am Ende des zweiten Quartals verfügte Canaan über liquide Mittel in Höhe von 66 Millionen Dollar, nach 43 Millionen Dollar im Vorquartal. Zugleich verblieben 1.915 Bitcoin sowie Bestände an Ethereum als Reserve in der Bilanz.
Diese Krypto-Reserven erfüllen eine doppelte Funktion für das Unternehmen. Sie dienen nicht nur als Absicherung gegen zyklische Tiefs im Hardware-Verkauf, sondern stärken auch das Eigenkapital. Die eigenen Mining-Aktivitäten liefern zudem weiterhin einen kontinuierlichen Zufluss an digitalen Vermögenswerten.
Die vorhandene Liquidität nutzt das Management gezielt für Kurspflege und Vertrauensbildung. Seit Jahresbeginn wurden 7,4 Millionen Dollar für den Rückkauf eigener Anteile aufgewendet, wofür bei Bedarf auch Krypto-Bestände monetarisiert werden dürfen. Der Schritt unterstützt zugleich die Bemühungen, die Mindestpreisanforderungen für die Notierung an der Nasdaq bis zum 11. Januar 2027 wieder zu erfüllen.
Analysten reagieren mit gedämpften Erwartungen
Trotz der bilanziellen Stabilität werten Marktbeobachter die operative Entwicklung vorsichtig. Insbesondere die hohen Abschreibungen auf Altbestände und der schleppende Absatz neuer Generationen mahnen zur Zurückhaltung.
Das Analysehaus Rosenblatt Securities behielt seine positive Grundeinschätzung zwar bei, passte die Bewertung jedoch deutlich an die veränderten Bedingungen an. Am vergangenen Mittwoch senkten die Analysten ihr Kursziel von 1,30 auf 0,75 Dollar, beließen das Votum aber auf „Buy“.
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