Canopy Growth Aktie: Gegensätze

Die Canopy Growth Aktie zeigt einen deutlichen Widerspruch zwischen fundamentaler Analystenskepsis und kurzfristigem Optimismus im Derivatemarkt vor den Quartalszahlen im Februar.

Die Kernpunkte:
  • Bernstein senkt Kursziel um mehr als 50 Prozent
  • Optionsmarkt zeigt auffällig hohe Nachfrage nach Calls
  • Sektor leidet unter strukturellen Problemen und Preisdruck
  • Nächster Meilenstein sind Quartalszahlen am 6. Februar

Canopy Growth steht vor dem Wochenende unter Druck: Ein deutlich reduziertes Kursziel von Bernstein trifft auf auffällig optimistischen Handel mit Kaufoptionen. Fundamental dominiert Skepsis, im Derivatemarkt dagegen wächst die Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung. Wie belastbar ist dieser Widerspruch?

Bernstein halbiert Kursziel

Bernstein hat gestern sein 12-Monats-Kursziel für Canopy Growth von 5,30 auf 2,50 US-Dollar gesenkt – ein Rückgang um mehr als 50 %.

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Als Gründe nennen die Analysten anhaltende Strukturprobleme im kanadischen Cannabismarkt. Hervorgehoben werden:

  • Schwache Nachfrage
  • Anhaltender Preisdruck
  • Hohe laufende Kosten

Diese Faktoren erschweren aus Sicht von Bernstein den Weg zur Profitabilität deutlich. Die Einschätzung spiegelt sich im Kursverlauf wider: In Toronto schloss die Aktie gestern bei 1,70 CAD (-0,58 %), das US-Listing lag bei rund 1,22 US-Dollar.

Optionen setzen auf Erholung

Parallel zur skeptischen Fundamentalanalyse zeigen die Optionsmärkte ein anderes Bild. Für den Handelstag gestern wird ein auffälliger Anstieg bei Call-Optionen auf Canopy Growth gemeldet.

  • Rund 52.869 Calls wurden gehandelt
  • Das liegt etwa 62 % über dem üblichen Tagesvolumen
  • Das Put/Call-Verhältnis fiel auf 0,01 (üblich: etwa 0,2)

Vereinfacht heißt das: Auf jede gekaufte Verkaufsoption kamen etwa 100 Kaufoptionen. Ein Teil des Marktes positioniert sich damit klar auf einen kurzfristigen Kursanstieg oder eine gezielte Kursbewegung, entgegen der langfristig negativen Einschätzung der Fundamentals.

Auffällig ist zudem: Die implizite Volatilität (IV30) ging zurück. Statt allgemeiner Panik preisen Händler eher ein spezifisches Ereignis oder eine begrenzte Kursbewegung ein.

Sektorprobleme und „Schedule 3“

Die Schwierigkeiten von Canopy Growth sind eingebettet in einen schwachen Gesamtmarkt für Cannabiswerte. Hoffnungsträger ist für manche Investoren eine mögliche Neubewertung von Cannabis in den USA – konkret eine Einstufung von Schedule 1 auf Schedule 3.

Analysten warnen jedoch, dass selbst ein solcher Schritt ab Ende 2026 die Kernprobleme des Unternehmens nicht automatisch lösen würde. In einem Beitrag vom 15. Januar wird hervorgehoben:

  • Hoher Mittelabfluss bleibt ein Thema
  • Ohne vollständige bundesweite Legalisierung bleiben Börsenlisting-Möglichkeiten und Bankenvorteile eingeschränkt

Auch der Sektorindex zeigt das zähe Umfeld: Der Global Cannabis Stock Index liegt seit Jahresbeginn nur 0,3 % im Plus und liegt damit klar hinter dem S&P 500, der um 1,2 % zugelegt hat.

Finanziell bleibt die Lage angespannt. Auf Zwölf-Monats-Sicht weist Canopy Growth einen Nettoverlust von rund 385,85 Mio. CAD aus. Der Umsatz ist 2024 im Jahresvergleich um über 9 % geschrumpft.

Ausblick bis zu den Zahlen

Der nächste konkrete Termin ist der 6. Februar, wenn Canopy Growth die nächsten Quartalszahlen vorlegt.

Bis dahin bleibt die Aktie technisch unter Druck. Algorithmus-basierte Modelle stufen den Titel derzeit als „Strong Sell“ ein und sehen für den Rest des Jahres eine Handelsspanne zwischen 0,97 und 2,01 US-Dollar. Die Kombination aus deutlicher Kurszielsenkung durch Bernstein und aggressivem Call-Kauf deutet auf eine Phase erhöhter Schwankungen hin, in der kurzfristig orientierte Trader und fundamental skeptische Investoren mit gegensätzlichen Erwartungen agieren.

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