Canopy Growth Aktie: Umbau läuft
Die Aktionäre von MTL Cannabis stimmten der Übernahme zu, während Canopy Growth seinen Nettoverlust deutlich reduzieren konnte. Die Integration soll Synergien bringen, doch die Bruttomarge bleibt eine Herausforderung.

- MTL-Aktionäre stimmen mit überwältigender Mehrheit zu
- Quartalsverlust halbiert sich im Jahresvergleich
- Bruttomarge bleibt unter Druck
- Schuldenlaufzeiten bis 2031 verlängert
Canopy Growth schiebt gleich mehrere Baustellen parallel an: Die Übernahme von MTL Cannabis nimmt eine wichtige Hürde, der Quartalsverlust schrumpft deutlich – und gleichzeitig arbeitet das Unternehmen weiter an seiner Kapitalstruktur. Doch kann die MTL-Integration die angekündigten Synergien wirklich im Zeitplan liefern?
MTL-Übernahme: Aktionäre stimmen fast geschlossen zu
MTL-Cannabis-Aktionäre haben der bereits angekündigten Übernahme in einer außerordentlichen Versammlung am 17. Februar mit großer Mehrheit zugestimmt. 99,97% der abgegebenen Stimmen entfielen auf die Transaktion. Rund 89% der Aktionäre nahmen an der Abstimmung teil.
Der Abschluss bleibt an übliche Bedingungen geknüpft, darunter die finale gerichtliche Genehmigung sowie weitere Freigaben Dritter. Canopy rechnet damit, den Deal noch vor Ende März zu schließen.
Bewertet wird die Transaktion mit rund 179 Mio. CAD. MTL-Aktionäre sollen je Aktie 0,32 Canopy-Aktien plus 0,144 CAD in bar erhalten. Das entspricht laut Unternehmen einem Aufschlag von etwa 82% gegenüber dem MTL-Schlusskurs vom 12. Dezember 2025.
Das Management erwartet jährliche Kostensynergien von rund 10 Mio. CAD innerhalb von 18 Monaten nach Closing. CFO Thomas Stewart peilt zudem kurzfristig eine „blended“ Bruttomarge im mittleren bis hohen 30%-Bereich an. Begründung: MTL habe historisch höhere Margen als Canopy erreicht; der Zukauf soll Bruttomarge und das bereinigte EBITDA verbessern.
Q3: Verlust halbiert, Marge bleibt unter Druck
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lag der konsolidierte Nettoumsatz bei 75 Mio. CAD – unverändert zum Vorjahr. Der Cannabis-Umsatz stieg um 4% auf 52 Mio. CAD.
Unterm Strich verringerte sich der Nettoverlust im Jahresvergleich um 49%. Der bereinigte EBITDA-Verlust schrumpfte um 17% auf 3 Mio. CAD. Es war das dritte Quartal in Folge mit einer Verbesserung, die das Unternehmen vor allem auf Einsparungen bei den Vertriebs-, Verwaltungs- und allgemeinen Kosten (SG&A) zurückführt. Zum Ende des Dezembers verfügte Canopy über 371 Mio. CAD an Barmitteln und Barmitteläquivalenten. Ziel bleibt ein positives bereinigtes EBITDA im Geschäftsjahr 2027.
Bei den Teilbereichen stach Kanada positiv hervor: Medizinalcannabis legte um 15% auf 23 Mio. CAD zu, getrieben durch mehr versicherte Patienten und größere Bestellvolumina. Der Freizeitmarkt in Kanada wuchs um 8% ebenfalls auf 23 Mio. CAD.
Deutlich stärker fiel der Sequenzialtrend bei Storz & Bickel aus: 23 Mio. CAD Umsatz bedeuteten ein Plus von 45% gegenüber Q2, vor allem dank saisonal starker Nachfrage und dem ersten vollen Quartal mit Verkäufen des neuen VEAZY™-Vaporizers.
International dagegen ging der Cannabis-Umsatz im Jahresvergleich um 31% zurück. Als Hauptgrund nennt Canopy Lieferkettenprobleme in Europa. Immerhin: Gegenüber Q2 stiegen die internationalen Umsätze sequenziell um 22%, weil sich die Lieferungen nach Europa in der zweiten Hälfte des Quartals verbesserten.
Die Bruttomarge blieb ein Schwachpunkt. Konzernweit lag sie bei 29% und damit 300 Basispunkte unter dem Vorjahr. Die Cannabis-Bruttomarge sank auf 25% (Vorjahr: 28%), vor allem wegen geringerer internationaler Umsätze und eines veränderten Produktmixes. Bei Storz & Bickel fiel die Marge auf 37% (von 40%), belastet durch niedrigere Verkäufe und höhere US-Zölle auf Importe. Seit dem 1. März 2025 hat Canopy nach eigenen Angaben annualisierte Einsparungen von 29 Mio. CAD realisiert und sucht weitere Effizienzen.
Bilanz: Laufzeiten bis 2031 – Verwässerung möglich
Im Januar schloss Canopy eine strategische Rekapitalisierung ab. Damit wurden die Fälligkeiten sämtlicher ausstehender Schulden auf 2031 verlängert.
Der Umbau hatte allerdings seinen Preis: Um Anleihegläubiger zur Teilnahme zu bewegen, gab Canopy Warrants aus. Werden diese ausgeübt, droht eine Verwässerung für bestehende Aktionäre. Zusätzlich ist die MTL-Übernahme als Aktientransaktion strukturiert und wird die Aktienanzahl weiter erhöhen.
Zum Kursbild: Am Donnerstag bewegte sich die Aktie zwischen 1,12 und 1,17 US-Dollar und notierte bei 1,13 US-Dollar. In den vergangenen zwölf Monaten lag die Spanne bei 0,77 bis 2,38 US-Dollar. Seit dem Börsengang hat der Titel laut Bericht mehr als 95% an Wert verloren, und Canopy hat in rund zehn Jahren als börsennotiertes Unternehmen noch keinen Gewinn ausgewiesen.
Als möglicher Rückenwind wird ein US-Schritt genannt: Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Executive Order, die Cannabis als „Schedule III“-Substanz einstuft. Das könnte Canopy Chancen für eine Ausweitung im US-Markt eröffnen.
Der nächste kurzfristige Meilenstein ist die finale gerichtliche Freigabe für MTL und der geplante Abschluss der Übernahme noch vor Monatsende. Operativ bleibt die Marge der kritische Faktor: Canopy will die Integration nutzen, um Synergien von rund 10 Mio. CAD jährlich innerhalb von 18 Monaten zu heben und zugleich den Weg zu einem positiven bereinigten EBITDA im Geschäftsjahr 2027 abzusichern.
Canopy Growth-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Canopy Growth-Analyse vom 27. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Canopy Growth-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Canopy Growth-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Canopy Growth: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




