Carbios Aktie: 6,20 Euro neues Jahrestief
Carbios setzt auf Lizenzmodell und verschiebt China-Anlage. Die Aktie bricht auf ein neues Jahrestief ein.

- Strategiewechsel hin zu Lizenzen
- China-Werk erst 2028 fertig
- Aktie erreicht neues Jahrestief
- Neuer CEO seit Mai 2026
Carbios steht vor einem Wendepunkt. Der französische Biotech-Pionier baut seine Strategie um und setzt künftig verstärkt auf die Vergabe von Lizenzen. An der Börse löst dieser Kurswechsel heftige Verkäufe aus.
Fokus auf Lizenzmodell
Das Unternehmen konzentriert sich künftig primär auf die Lizenzierung seiner enzymatischen Recycling-Technologie. Das biologische Verfahren zerlegt Plastikmüll in seine ursprünglichen Bausteine PTA und MEG. Diese Monomere dienen als hochwertige Rohstoffe für neue Kunststoffe. Sie sind qualitativ identisch mit Materialien, die aus Erdöl gewonnen werden.
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Dieser Schritt soll die weltweite Verbreitung der Technologie beschleunigen. Carbios spart dadurch hohe Investitionen in eigene Produktionsstätten. Das Ziel bleibt die industrielle Kreislaufwirtschaft für die Textil- und Getränkeindustrie.
Verzögerung in China
Ein zentraler Bestandteil der Expansion ist die Partnerschaft mit Wankai New Materials. Die Partner planen den Bau einer Großanlage in China. Allerdings verschiebt sich die Inbetriebnahme in Haining auf das erste Halbjahr 2028.
Das Werk soll jährlich 50.000 Tonnen PET-Abfälle verarbeiten. Langfristig strebt die Kooperation eine Kapazität von einer Million Tonnen pro Jahr an. Die Verzögerung belastet die Stimmung der Marktteilnehmer.
Die Aktie markiert mit 6,20 Euro ein neues Jahrestief. Das entspricht einem Tagesverlust von rund 12 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit 46,6 Prozent an Wert verloren.
Benoît Grenot führt das Unternehmen seit Mai 2026 als neuer CEO. Er übernimmt die Leitung in einer kritischen Phase der kommerziellen Skalierung. Die Barreserven lagen zuletzt bei etwa 72 Millionen Euro und sichern den Betrieb für mindestens ein Jahr.
Die Referenzanlage im französischen Longlaville bleibt das industrielle Vorbild für künftige Lizenznehmer. Die Anlage ist auf eine Kapazität von 50.000 Tonnen ausgelegt. Ab Ende 2026 sollen dort erste größere Mengen recycelter Monomere produziert werden. Auf der Hauptversammlung im Juni in Paris wird das Management die aktualisierten Zeitpläne und die Finanzstrategie konkretisieren.
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